Kap. 36 - Glaube, Wahrheit und Erkenntnis
Kap. 37 - Das richtige Verständnis biblischer Texte
Kap. 38 - Die Drei Offenbarungszeiten und die Sieben Siegelepochen
Kap. 39 - Das irdische und das Geistige Israel
Kap. 40 - Die Kräfte des Guten und des Bösen
Kap. 41 - Die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits
Kap. 42 - Schuld und Sühne, Prüfungen und Leiden
Kap. 43 - Krankheit, Heilung und Erneuerung
Kap. 44 - Leben im Göttlichen Sinne
Kap. 45 - Vorbestimmung, Sinn und Erfüllung im Leben

 

IX LEHREN DER GÖTTLICHEN WEISHEIT

Kapitel 36 - Glaube, Wahrheit und Erkenntnis

Der alles überwindende Glaube

1. Um die Schwachheit, die Armseligkeit, das Elend und die Leidenschaften zu besiegen und den Zweifel zu beseitigen, sind der Glaube und die guten Werke unerlässlich, welches Tugenden sind, die das Unmögliche bemeistern; ihnen gegenüber schwindet das Schwierige und Unerreichbare wie Schatten.

2. Ich sagte den Menschen, die in der "Zweiten Zeit" an Mich glaubten: "Dein Glaube hat dir geholfen." Ich erklärte es so, weil der Glaube eine heilende Macht, eine Kraft ist, die umwandelt, und sein Licht macht die Finsternis zunichte. (20, 63 - 64)

3. Die, welche der Vergeistigung noch ferne sind, möchten Mich in der Gestalt Jesu sehen, um Mir zu sagen: "Herr, Ich glaube an Dich, denn Ich habe Dich gesehen." Ihnen sage Ich: Selig sind, die ohne zu sehen geglaubt haben, denn sie haben den Beweis erbracht, dass sie dank ihrer Vergeistigung Mich in ihrem Herzen empfunden haben. (27, 75)

4. Ich will, dass ihr wisst, was Glaube ist, damit ihr versteht, dass, wer ihn besitzt, Eigentümer eines unvergleichlichen Schatzes ist.

5. Wer von diesem inneren Licht erleuchtet lebt – für so arm die Welt ihn auch hält – wird sich niemals ausgestoßen, verlassen, schwach oder verloren fühlen. Sein Glaube an den Vater, an das Leben, an seine Bestimmung, und auch an sich selbst, wird ihn im Lebenskampf niemals untergehen lassen, und er wird außerdem immer fähig sein, große und staunenswerte Werke zu vollbringen. (136, 4 - 5)

6. Der Glaube ist wie ein Leuchtturm, der euren Lebensweg erhellt, bis ihr im sicheren Hafen der Ewigkeit ankommt.

7. Der Glaube darf nicht der jener lauen und furchtsamen Seelen sein, die heute einen Schritt vorwärts machen und morgen einen zurück, die nicht mit ihrem eigenen Schmerz kämpfen wollen und allein aufgrund der Barmherzigkeit des Vaters an den Sieg des Geistes glauben.

8. Glaube ist jener, den der Geist fühlt, der im Bewusstsein, dass Gott in ihm ist, seinen Herrn liebt und sich freut, Ihn in sich zu fühlen und seine Mitmenschen zu lieben. So groß ist der Glaube an die Gerechtigkeit des Vaters, dass er nicht erwartet, dass seine Nächsten ihn lieben, dass er Beleidigungen und Verfehlungen vergibt, aber daran glaubt, dass er morgen von Licht erfüllt sein wird, weil er durch seine Verdienste seine Läuterung erreichte.

9. Wer Glauben hat, hat Frieden, besitzt Liebe und hat Güte in sich.

10. Er ist reich im Geiste und selbst im Materiellen; aber an wahrem Reichtum, nicht an jenem, den ihr meint. (263, 12 - 16)

11. Ich nenne euch nun den Beweis, dass wahrer Glaube vorhanden ist: Wenn das Herz in der Stunde der Prüfung nicht verzagt; wenn in den kritischsten Augenblicken Friede die Seele durchdringt.

12. Wer Glauben hat, ist in Einklang mit Mir, weil Ich das Leben, die Gesundheit und das Heil bin. Wer in Wahrheit diesen Hafen und diesen Leuchtturm sucht, geht nicht zugrunde.

13. Wer diese Tugend besitzt, tut Wunder jenseits jeder menschlichen Wissenschaft und gibt Zeugnis vom Geiste und vom höheren Leben. (237, 69 - 71)

Das Erkennen der Wahrheit Gottes

14. Wenn das Herz guten Glauben birgt und der Verstand frei von Vorurteilen und unklaren Vorstellungen ist, weiß man das Leben besser zu schätzen, und die Wahrheit wird mit größerer Klarheit erkannt. Wenn man hingegen im Herzen Zweifel oder Eitelkeit birgt und Irrtümer im Verstand, erscheint alles unklar, und selbst das Licht erscheint als Finsternis.

15. Sucht die Wahrheit, sie ist das Leben, aber sucht sie mit Liebe, mit Demut, mit Beharrlichkeit und mit Glauben. (88, 5 - 6)

16. Betet, befragt euren Vater in eurem Gebet, dann werdet ihr in eurer Meditation einen Funken meines unendlichen Lichtes empfangen. Erwartet nicht, in einem einzigen Augenblick die ganze Wahrheit zu erhalten. Es gibt Seelen, die schon seit langem auf der Suche nach Wahrheit sind, die forschen und in alle Geheimnisse einzudringen versuchen und doch noch nicht das ersehnte Ziel erreicht haben.

17. Christus, der Gesalbte, zeigte euch den Weg mit den Worten: "Liebet einander". Könnt ihr euch die Tragweite dieses erhabenen Gebotes vorstellen? Das ganze Leben der Menschen würde verwandelt werden, wenn ihr nach dieser Lehre leben würdet. Nur die Liebe wird euch die Wahrheiten der göttlichen Geheimnisse offenbaren können, weil sie der Ursprung eures Lebens und alles Geschaffenen ist.

18. Sucht eifrig nach der Wahrheit, sucht den Sinn des Lebens, liebt und werdet stark im Guten, und ihr werdet erleben, wie Schritt für Schritt alles von eurem Wesen abfallen wird, was falsch, unlauter oder unvollkommen war. Seid von Tag zu Tag empfindsamer für das Licht der Göttlichen Gnade, dann werdet ihr euren Herrn direkt nach all dem fragen können, was ihr wissen wollt und was eure Seele benötigt, um die höchste Wahrheit zu erreichen. (136, 40 - 42)

19. Ich bin das »Wort«, das die Menschen aufsucht, weil sie nicht zu Mir gelangen konnten. Es ist meine Wahrheit, die Ich ihnen offenbare, da die Wahrheit das Reich ist, in das ihr nach meinem Willen alle eingehen sollt.

20. Wie wollt ihr die Wahrheit entdecken, wenn Ich euch nicht zuvor sage, dass dafür viele Verzichtleistungen nötig sind?

21. Um die Wahrheit zu finden, ist es bisweilen nötig, auf das zu verzichten, was man besitzt, sogar sich selbst zu entsagen.

22. Der Selbstgefällige, der Materialist, der Gleichgültige kann die Wahrheit nicht erkennen, solange er nicht die Mauern zerstört, innerhalb derer er lebt. Es ist notwendig, dass er sich über seine Leidenschaften und Schwächen hinwegsetzt, um mein Licht von Angesicht zu schauen. (258, 44 - 47)

23. Gesegnet sei, wer die Wahrheit sucht, denn er ist ein nach Liebe, Licht und Güte Dürstender. Suchet, so werdet ihr finden, sucht die Wahrheit, und sie wird euch entgegenkommen. Denkt weiterhin nach, befragt auch fernerhin das Buch der Göttlichen Weisheit, und es wird euch antworten, denn niemals ist der Vater schweigsam oder gleichgültig geblieben gegenüber jenem, der Ihn inständig befragt.

24. Wieviele derer, die die Wahrheit in Büchern, bei den Gelehrten und in den verschiedenen Wissenschaften suchen, werden sie schließlich in sich selbst entdecken, da Ich in das Innerste eines jeden Menschen einen Samen der Ewigen Wahrheit gelegt habe. (262, 36 - 37)

25. Ich kann euch nicht betrügen! Ich bin niemals in einem Akt der Falschheit, Ich verberge Mich nicht im Dunkeln. Meine Wahrheit ist immer nackt. Doch wenn die Menschen die Nacktheit meines Geistes nicht zu sehen vermochten, dann nur, weil sie es nicht wollten. Ich verberge euch meine Wahrheit nicht durch irgendein Gewand. Meine Nacktheit ist göttlich und ist rein, meine Nacktheit ist heilig, und Ich werde sie allen Wesen des Universums zeigen. Als ein Sinnbild derselben kam Ich als Mensch nackt auf die Welt, und nackt ging Ich wieder von euch.

26. Ich will, dass unter den Meinen immer Wahrheit herrscht, denn Ich bin und werde immer in eurer Wahrheit sein. Ich will, dass Liebe unter euch ist, und meine Liebe wird immer in eurer Liebe sein.

27. Es gibt nur eine Wahrheit, eine einzige wahre Liebe; und wenn diese Wahrheit und diese Liebe in euch sind, werden eure Liebe und eure Wahrheit die meine sein, und meine Wahrheit und meine Liebe werden die eure sein. (327, 33 - 34)

28. Mein Licht ist in jedem Geiste. Ihr seid nun in der Zeit, in der mein Geist sich auf die Menschen ergießen wird. Darum sage Ich euch, dass ihr alle bald meine Gegenwart fühlen werdet – die Gelehrten ebenso wie die Unwissenden, die Großen wie die Kleinen, die Mächtigen wie die Armen.

29. Die einen wie die anderen werden angesichts der Wahrheit des lebendigen und wahren Gottes erbeben. (263, 33 - 34)

Die Erkenntnis des Geistigen und Göttlichen

30. Es ist unmöglich, dass eines meiner Kinder Mich vergisst, da es in seinem Geiste das Gewissen in sich trägt, welches das Licht meines Geistes ist, durch das es Mich früher oder später erkennen muss.

31. Für die einen ist es leicht, in den Sinn meines Wortes einzudringen und dort das Licht zu finden; doch für andere ist mein Wort ein Rätsel.

32. Ich sage euch, dass nicht alle in dieser Zeit die Geistigkeit meiner Botschaft verstehen können. Diejenigen, die es nicht vermögen, werden neue Zeiten abwarten müssen, damit ihr Geist seine Augen dem Lichte meiner Offenbarungen öffnet. (36, 4 - 6)

33. Wenn Ich euch sage, dass meine Weisheit euer sein wird – glaubt ihr da, dass ein einziges Erdenleben ausreichen kann, um alles zu erfahren, was Ich euch zu offenbaren habe? Wenn Ich euch sage, dass ihr die menschliche Wissenschaft nicht erlangen könnt, ohne den weiten Entwicklungsweg zurückzulegen, so könnt ihr noch weniger die Erkenntnis des Geistigen erwerben ohne eine vollständige Entwicklung eurer GeistSeele.

34. Ich stelle die Vergeistigung nicht in einen Gegensatz zur Wissenschaft, denn dieser Irrtum war jener der Menschen, niemals der meine. Im Gegenteil, Ich lehre euch, das Geistige mit dem Materiellen in Einklang zu bringen, das Menschliche mit dem Göttlichen, das Vergängliche mit dem Ewigen. Dennoch erkläre Ich euch, dass man, um auf den Pfaden des Lebens zu wandeln, zuvor den Weg kennen muss, den euch der Geist vorzeichnet, dessen Geistiges Gesetz dem Göttlichen Geiste entspringt. (79, 38 - 39)

35. Ihr seid so tief gesunken und habt euch so sehr vom Geistigen entfernt, dass ihr all das für übernatürlich haltet, was – da es dem Geiste angehört – völlig natürlich ist. So nennt ihr das Göttliche übernatürlich, und ebenso betrachtet ihr alles, was zu eurem Geiste gehört, und das ist ein Irrtum.

36. Der Grund dafür ist, dass ihr nur das seht und wahrnehmt, was im Bereich eurer Sinne oder im Fassungsbereich eurer menschlichen Intelligenz liegt, und ihr das, was jenseits der Sinne und des Verstandes ist, für übernatürlich gehalten habt. (273, 1)

37. Sowohl der Mensch, der das Licht des Wissens in der Natur sucht, als auch der, der meine Weisheit in den geistigen Offenbarungen sucht, muss den Weg, auf dem er all jene Wahrheiten finden wird, die er auf anderen Pfaden nicht entdecken kann, auf eigenen Füßen zurücklegen. Eben darum habe Ich eure Seele ausgesandt, ein Leben nach dem anderen hier auf Erden zu leben, damit sie aufgrund ihrer Entwicklung und ihrer Erfahrung alles entdeckt, was in ihr ist und in dem, was sie umgibt.

38. Wenn ihr wollt, so prüft meine Worte gründlich, doch studiert und beobachtet danach das Leben aus ihrer Sicht, damit ihr die Wahrheit feststellen könnt, die in allem, was Ich euch gesagt habe, enthalten ist.

39. Es wird Gelegenheiten geben, bei denen es euch so vorkommt, als ob ein Widerspruch bestünde zwischen dem, was Ich euch heute sage, und dem, was euch in vergangenen Zeiten offenbart wurde, doch diesen gibt es nicht. Die Menschen sind es, die im Irrtum befangen sind. Aber nun werden alle zum Lichte gelangen. (105, 54 - 56)

Voraussetzungen für geistige Erkenntnis

40. Die Demut ist das Licht des Geistes, und im Gegensatz dazu ist das Fehlen derselben Finsternis in ihm. Die Eitelkeit ist die Frucht der Unwissenheit. Wer groß ist durch Wissen und angesehen aufgrund von Tugend, besitzt die wahre Bescheidenheit und geistige Demut. (101, 61)

41. Lasst alle schlechten Gedanken von euch weichen und ziehet edle Gedanken an. Das Glück liegt nicht in dem, was man materiell besitzt, sondern in dem, was man geistig erkennt. Erkennen ist besitzen und danach handeln.

42. Wer wirkliches Wissen besitzt, ist demütigen Geistes. Er ist nicht stolz auf die Erdenweisheit, die nur danach strebt, alles (Irdische) kennenzulernen und alles leugnet, was sie nicht begriffen hat. Wer in sich das Licht der inspirierten Erkenntnis trägt, vermag zur rechten Zeit Offenbarungen zu empfangen, ebenso wie er sie auch zu erwarten versteht. Gelehrte haben sich viele genannt, doch die Sonne, die Tag für Tag in vollem Lichte erstrahlt, ist für sie ein Geheimnis gewesen.

43. Viele haben geglaubt, alles zu wissen, doch wahrlich, Ich sage euch, die Ameise, die unmerklich ihren Weg kreuzt, enthält für sie ebenfalls ein unergründliches Geheimnis.

44. Die Menschen werden viele Wunder der Natur erforschen können, aber solange sie es nicht auf dem Pfade der göttlichen Liebe tun, werden sie nicht die wahre Weisheit erreichen, die im unsterblichen Leben des Geistes enthalten ist. (139, 67 - 70)

Die notwendige Bewusstseinserweiterung des Menschen

45. Ich gewährte dem Menschen von Anfang an die Freiheit des Denkens. Doch immer ist er Sklave gewesen – manchmal aus Fanatismus, und in anderen Fällen als Sklave wegen der falschen Weltanschauungen des Pharao und des Kaisers. Das ist der Grund dafür, weshalb er in dieser Zeit angesichts der Freiheit, die der Geist nun erlangt, und der Helligkeit, die sich seinen Augen darbietet, geblendet ist. Denn sein Verstand ist noch nicht an diese Freiheit gewöhnt.

46. Der Mensch hatte die Kraft seines Verständnisses für das Geistige herabgemindert, und deshalb geriet er in Fanatismus, ging auf verschlungenen Pfaden und war wie ein Schatten des Willens anderer.

47. Er hatte seine Freiheit verloren, war nicht Herr seiner selbst noch seiner Gedanken.

48. Doch nun ist das Zeitalter des Lichtes gekommen, die Zeit, in der ihr die Ketten zerbrechen und die Flügel ausbreiten müsst, um euch im Verlangen nach Wahrheit frei ins Unendliche zu erheben. (239, 4 - 7)

49. Dies Jahrhundert, in dem ihr lebt, zeigt zwei Aspekte: der eine ist die Entwicklung des Verstandes, und der andere der geistige Stillstand.

50. Tatsächlich strahlt das göttliche Licht auf die Verstandesvermögen herab, und daher entspringt ihnen meine große Inspiration, deren Früchte die Menschheit in Erstaunen setzt; denn der Verstand verlangt nun nach Freiheit und Wissenserweiterung. Der Mensch vertieft sich in das Studium der Natur, er forscht, entdeckt, freut sich, wundert sich, ist aber niemals unschlüssig.

51. Doch wann immer in ihm der Gedanke aufsteigt, die Beziehung zum Geistigen zu klären, zu der Wahrheit, die jenseits der ihm bekannten Materie liegt, ist er furchtsam, hat er Angst davor, in das Unbekannte vorzustoßen, in das, was er für verboten hält, in das, was (seiner Meinung nach) nur hohen und der Erforschung der Geheimnisse Gottes würdigen Wesen zukommt.

52. Da hat er sich schwach und töricht erwiesen, unfähig, durch Willenskraft die Vorurteile zu überwinden, die ihn niederhalten. Da hat sich gezeigt, dass er Sklave verdrehter Auslegungen ist.

53. Niemals wird die Entfaltung der menschlichen Intelligenz vollständig sein, solange diese sich nicht auch auf der geistigen Ebene entwickelt. Erkennt, wie groß die Rückständigkeit eures Geistes ist, weil ihr euch nur der Erkenntnis des irdischen Lebens gewidmet habt.

54. Der Mensch ist Sklave des Willens anderer, Opfer von Bannsprüchen, Verdammungen und Drohungen. Doch was hat man damit erreicht? Dass er all seine Wünsche aufgibt, das höchste Wissen zu begreifen und zu erlangen, das der Mensch besitzen soll; dass er sich selbst daran hindert, das klären zu können, was er absurderweise immer für ein Geheimnis gehalten hat: das Geistige Leben.

55. Meint ihr, dass das Leben des Geistes für den Menschen auf Erden ewig ein Rätsel sein wird? Wenn ihr so denkt, befindet ihr euch in einem großen Irrtum. Wahrlich, Ich sage euch, solange ihr nicht euren Ursprung kennt und nichts von dem wißt, was sich auf den Geist bezieht, werdet ihr bei allem Fortschritt eurer Wissenschaften doch bloß Geschöpfe sein, die in einer armseligen Welt unter Pflanzen und Tieren hausen. Ihr werdet euch weiterhin in euren Kriegen bekämpfen, und über euer Leben wird weiterhin der Schmerz regieren.

56. Wenn ihr nicht entdeckt, was ihr in eurem Wesen tragt, noch in euren Nächsten den geistigen Bruder entdeckt, der in jedem wohnt – könnt ihr euch da wirklich lieben? Nein, Menschenkinder, auch wenn ihr sagt, dass ihr Mich kennt und Mir nachfolgt. Wenn ihr meine Lehre oberflächlich auffasst, werden euer Glaube, eure Erkenntnis und eure Liebe falsch sein. (271, 39 - 45)

57. In Mir werden die Menschen den Mut finden, um sich vom Joch ihrer Unwissenheit zu befreien.

58. Wie könnt ihr erwarten, dass auf Erden Frieden wird und die Kriege aufhören, dass die Menschen sich erneuern und die Sünde geringer wird, wenn sie kein geistiges Wissen haben, welches Basis, Prinzip und Grundlage des Lebens ist?

59. Wahrlich, Ich sage euch, solange man meine Wahrheit nicht begreift noch befolgt, wird euer Dasein auf Erden wie ein Gebäude sein, das auf Treibsand gebaut ist. (273, 24 - 26)

60. Ich sage dem Menschen, dass er sich selbst ein Unbekannter ist, weil er nicht in sein Inneres vorgedrungen ist, weil er nicht um sein Geheimnis weiss, weil er sein eigentliches Wesen nicht kennt. Doch Ich will ihn in dieser Zeit den Inhalt des Buches lehren, das für ihn so lange Zeit hindurch verschlossen gewesen war, wo alle Geheimnisse aufbewahrt sind, die Ich euch schon in der "Zweiten Zeit" mit dem Licht meines Geistes aufzuklären versprach.

61. Jetzt werdet ihr euch wahrhaft kennenlernen und ins Innere eures Geistes vordringen. Dann werdet ihr sagen können, dass ihr zu wissen beginnt, wer ihr seid.

62. Der Mensch wird seinen Ursprung, seine Bestimmung, seine Aufgabe, seine Fähigkeiten kennenlernen und jenes ganze unendliche und ewige Leben, das um ihn her lebt und webt. Er wird seinen Nächsten nicht mehr verletzen können, wird nicht mehr das Dasein seiner Mitmenschen gefährden können, noch wird er wagen, irgendetwas von all dem, was ihn umgibt, zu schänden, weil er zur Erkenntnis gekommen ist, dass alles geheiligt ist.

63. Er wird das, was sein Geist enthält und verbirgt, erkennen, und dann wird er eine klare Vorstellung und einen tiefen Glauben daran haben, dass – da der Geist wunderbar ist – auch die Heimstätte wunderbar sein muss, die sein Vater für ihn in der Ewigkeit vorgesehen hat. (287, 4 - 6)


 

Kapitel 37 - Das richtige Verständnis biblischer Texte

Die Auslegung biblischer Worte und Verheißungen

1. Die Menschen haben sich der Erforschung der alten Testamente gewidmet, wobei sie sich bei der Untersuchung und Auslegung der Prophezeiungen und Verheißungen den Kopf zerbrechen. Diejenigen unter ihnen sind der Wahrheit am nächsten gekommen, die den geistigen Sinn meiner Lehren gefunden haben. Denn jene, die sich hartnäckig an die irdisch - materielle Auslegung halten und den geistigen Sinn meiner Offenbarungen nicht verstehen oder nicht finden wollen, werden Verwirrungen und Enttäuschungen erleiden müssen, wie sie das jüdische Volk erlitt, als der Messias kam, den es sich in einer anderen Art und Weise vorgestellt und anders erwartet hatte, als Ihn die Wirklichkeit zeigte. (13, 50)

2. Die falsche Vorstellung, die sich der Mensch in den ersten Zeiten von meiner Gerechtigkeit gemacht hat, wird endgültig verschwinden, um der wahren Kenntnis von ihr zu weichen. Die Göttliche Gerechtigkeit wird schließlich als das Licht verstanden werden, das der vollkommenen Liebe entspringt, die in eurem Vater existiert.

3. Jener Gott, den die Menschen für rachsüchtig, grausam, nachtragend und unnachsichtig hielten, wird aus tiefstem Herzen als ein Vater empfunden werden, welcher für die Beleidigungen durch seine Kinder seine Vergebung schenkt, als ein Vater, der den Sünder liebevoll überzeugt, als ein Richter, welcher, statt den zu verdammen, der schwer gefehlt hat, diesem eine neue Gelegenheit zur Rettung anbietet.

4. Wieviele Unvollkommenheiten schrieben Mir die Menschen in ihrer Unwissenheit zu, weil sie Mich für fähig hielten, Zorn zu empfinden, obwohl der Zorn allein eine menschliche Schwäche ist! Wenn die Propheten zu euch vom "heiligen Zorn des Herrn" sprachen, so sage Ich euch jetzt, daß ihr jenen Ausdruck als Göttliche Gerechtigkeit deuten sollt.

5. Die Menschen der "Ersten Zeit" hätten eine andere Ausdrucksweise nicht verstanden, noch hätten die Zügellosen oder die Wüstlinge die Mahnungen der Propheten ernst genommen, wenn diese nicht in jener Form zu ihnen gesprochen hätten. Es war notwendig, daß die Inspiration meiner Boten in Worten ausgedrückt wurde, die das Gehirn und das Herz jener Menschen mit nur geringer seelischer Entwicklung, beeindrucken würden. (104, 11 - 14)

6. Die Schriften der "Ersten Zeit" überlieferten die Geschichte des Volkes Israel und bewahrten den Namen seiner Kinder, seine Erfolge und seine Fehler, seine Werke des Glaubens und seine Schwachheiten, seine Herrlichkeit und seine Stürze, damit dies Buch zu jeder neuen Generation von der Entwicklung jenes Volkes in seiner Verehrung Gottes sprechen sollte. Jenes Buch überlieferte sowohl die Namen der Patriarchen, welche die Tugend und die Gerechtigkeit liebten, die Vorbilder an Glaubensstärke, als auch die Namen der Propheten, der Seher des Zukünftigen, durch deren Mund der Herr immer sprach, wenn Er sein Volk am Rande einer Gefahr sah. Auch überlieferte es die Namen der Verderbten, der Verräter, der Ungehorsamen, denn jeder Vorfall, jedes Beispiel ist eine Lehre und manchmal ein Sinnbild.

7. Als Ich in Jesus unter den Menschen wohnte, machte Ich nur dann, wenn es notwendig war, Gebrauch von der Essenz jener Schriften, vom Sinngehalt jener Werke, um meine Lehre zu vermitteln; das Materielle und das Gehaltlose pries Ich nie. Erinnert ihr euch nicht, daß Ich den gerechten Abel erwähnte, daß Ich die Geduld Hiobs lobte und der Weisheit und Herrlichkeit Salomons gedachte? Erinnerte Ich nicht bei vielen Gelegenheiten an Abraham und sprach von den Propheten, und sagte Ich euch nicht mit Bezugnahme auf Mose, daß Ich nicht gekommen war, um das Gesetz, das er empfangen hatte, aufzulösen, sondern um es zu erfüllen? (102, 31 – 32)

8. Ihr müßt die Göttlichen Offenbarungen studieren, die Ich euch zu allen Zeiten gegeben habe, müßt die bildliche Sprache verstehen, in der zu euch gesprochen wurde, müßt auf diese Weise eure geistigen Sinne empfindsam machen, damit ihr erkennt, welches das Wort Gottes ist und was Menschenwort ist, damit ihr den Sinngehalt meiner Unterweisungen entdeckt.

9. Nur von einem geistigen Gesichtspunkt aus werdet ihr die richtige und wahrheitsgemäße Auslegung meines Wortes finden können - sowohl jenes, das Ich euch durch die Propheten sandte, als auch jenes, das Ich euch durch Jesus vermachte, oder dieses Wortes, das Ich euch durch Vermittlung der Sprachrohre der "Dritten Zeit" gebe.

10. Wenn diese Menscheit einmal den wahren Sinngehalt des Gesetzes, der Lehre, der Prophezeiungen und der Offenbarungen gefunden hat, wird sie das Schönste und Tiefste entdeckt haben in Bezug auf ihr Dasein.

11. Dann werden die Menschen die wirkliche Gerechtigkeit kennenlernen, und ihr Herz wird den wahren Himmel erahnen; dann werdet ihr auch wissen, was Sühne, Läuterung und Wiedergutmachung ist. (322, 39 - 42)

12. Die Schriften der vergangenen Zeiten könnten euch das offenbaren, was Ich heute für euch wiederhole; aber der Mensch hat es gewagt, meine Wahrheiten zu fälschen, um sie verfälscht zu verbreiten. Und so habt ihr nun eine seelisch kranke, müde und vereinsamte Menschheit.

13. Darum läßt sich mein Weckruf durch den Stimmträger vernehmen, weil Ich nicht will, daß ihr in Verwirrung geratet. (221, 14 - 15)

14. Wenn die Schriften meiner Jünger, die euch in der "Zweiten Zeit" mein Wort vermachten, verfälscht in eure Hände gelangen, so werde Ich bewirken, daß ihr erkennt, welches die wahren Worte Jesu sind. Euer Geist wird jene als falsch erkennen, die nicht im Einklang mit dem Göttlichen Konzert meiner Liebe sind. (24, 19)

15. Niemals ist der Mensch ohne meine Offenbarungen gewesen, welche das Licht des Geistes sind; aber er hat sich davor gefürchtet, sie zu ergründen. Nun frage ich euch: Was könnt ihr über die Wahrheit und über das Ewige wissen, wenn ihr dem Geistigen hartnäckig aus dem Wege geht?

16. Betrachtet die materialistische Auslegung, die ihr meinen Offenbarungen der Ersten und Zweiten Zeit gegeben habt, obwohl sie nur vom Göttlichen und Geistigen sprechen. Seht, wie ihr die materielle Natur mit der geistigen verwechselt, mit welchem Mangel an Achtung ihr das Tiefgründige in Oberflächliches und das Hohe in Niederes verwandelt. Doch weshalb habt ihr dies getan? Weil ihr im Verlangen, etwas im Werke Gottes zu tun, nach der Vorgehensweise sucht, meine Lehre eurem irdischen Leben, euren menschlichen Bequemlichkeiten anzupassen, die euch am meisten am Herzen liegen. (281, 18 - 19)

17. In dieser Zeit werde Ich bewirken, daß die Lehre, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" gab und die viele nicht erfaßt und andere vergessen haben, von allen verstanden wird, und daß sie außerdem aufgrund meiner neuen Unterweisungen befolgt wird. (92, 12)

18. Das Licht meines Heiligen Geistes kommt auf euch herab; doch warum stellt ihr Mich in der Gestalt einer Taube dar? Jene Bilder und Symbole dürfen von meinen neuen Jüngern nicht mehr verehrt werden.

19. Verstehe meine Lehre, Volk: In jener "Zweiten Zeit" manifestierte sich mein Heiliger Geist bei der Taufe Jesu in Gestalt einer Taube, weil dieser Vogel in seinem Fluge Ähnlichkeit hat mit dem Wehen des Geistes, sein Weiß spricht von Reinheit, und in seinem sanften und milden Blick liegt ein Abglanz von Unschuld.

20. Wie konnte man jenen ungebildeten Menschen das Göttliche begreiflich machen, wenn man nicht die Gestalten der Wesen zu Hilfe nahm, die ihnen in der Welt bekannt waren?

21. Christus, der in diesem Augenblicke zu euch spricht, wurde durch ein Lamm dargestellt, und selbst Johannes sah Mich in seinem prophetischen Gesichte so. Dies alles ist darauf zurückzuführen, daß, wenn ihr Mich in jedem meiner Werke sucht, ihr in der ganzen Schöpfung immer ein Bild des Urhebers des Lebens finden werdet. (8, 1 - 3)

22. Einstens sagte Ich euch, daß eher ein Kamel durch ein Nadelöhr ginge, als daß ein reicher Geizhals in das Himmelreich eingeht. Heute sage Ich euch, daß jene Herzen sich von ihrer Selbstsucht freimachen und an ihren Mitmenschen tätige Nächstenliebe üben müssen, damit ihre Seele auf dem engen Pfade der Erlösung durchkommen kann. Es ist nicht notwendig, sich von Besitztümern und Vermögen freizumachen, sondern nur vom Egoismus. (62, 65)

23. Ich baue derzeit den Tempel wieder auf, auf den Ich Mich bezog, als Ich meinen Jüngern, die bewundernd den Tempel Salomons betrachteten, sagte: "Wahrlich, Ich sage euch, von ihm wird kein Stein auf dem anderen bleiben, doch Ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen."

24. Ich wollte damit sagen, daß jeder äußerliche Kult, so prächtig er den Menschen auch erscheint, aus dem Herzen der Menschen verschwinden wird, und Ich an seiner Stelle den wahren, geistigen Tempel meiner Göttlichkeit aufrichten werde. Jetzt ist die "Dritte Zeit", das heißt der dritte Tag, an dem Ich den Wiederaufbau meines Tempels beenden werde. (79, 4)

25. Gott hat keine Gestalt, denn wenn Er sie hätte, wäre Er ein begrenztes Wesen, wie es das menschliche ist, und dann wäre Er nicht Gott.

26. Sein »Thron« ist die Vollkommenheit, die Gerechtigkeit, die Liebe, die Weisheit, die Schöpferkraft, die Ewigkeit.

27. Der »Himmel« ist die höchste Seligkeit, die eine Seele auf ihrem Vervollkommnungsweg erreicht, wenn sie sich in Weisheit und Liebe so hoch erhebt, daß sie einen Reinheitsgrad erlangt, den keine Sünde und kein Schmerz mehr erreicht.

28. Wenn meine Propheten vom Geistigen Leben sprachen, taten sie es manchmal mittels menschlicher Erscheinungsformen und euch bekannter Gegenstände.

29. Die Propheten sahen Throne gleich denen der Könige auf Erden - Bücher, Wesen mit menschlicher Gestalt, Paläste mit Wandbehängen, Leuchter, das Lamm und viele weitere Gestalten. Aber heute müßt ihr begreifen, daß all dies nur ein Sinnbild, ein Symbol, einen Göttlichen Sinngehalt, eine Offenbarung umschloß, die für euch in einer bildhaften Form zum Ausdruck gebracht werden mußte, da ihr nicht in der Lage wart, eine andere, höhere zu verstehen.

30. Nun ist es an der Zeit, daß ihr den Sinngehalt aller meiner Gleichnisse und Unterweisungen, die Ich euch mittels Sinnbildern offenbart habe, richtig auslegt, damit die Bedeutung in euren Geist dringt und die sinnbildliche Form verschwindet.

31. Wenn ihr zu dieser Erkenntnis gelangt, wird euer Glaube wahrhaftig sein, da ihr ihn dann auf Wahrheit gegründet habt. (326, 37 - 42)

32. Wenn alle Gerufenen zum Tische des Herrn eilen würden, wo die Speise aufgetragen wird, die die Seele nährt, so wäre dieser voll besetzt; doch nicht alle Geladenen sind gekommen.

33. Es ist die Eigenart des Menschen, die Wohltaten Gottes nicht zu würdigen, und daher habt ihr viele eurer Mitmenschen euch abweisen sehen, als ihr den Ruf an sie ergehen ließet.

34. Doch Ich sage euch, daß diese wenigen, die sich an meinen Tisch setzen und die mir beharrlich zuhören, um von Mir zu lernen, diejenigen sein werden, die den Menschenscharen die Größe meines Wortes, den Sinngehalt dieser Lehre bekanntmachen, welche die Menschen zum Wiederaufbau einer Welt aufruft, die an ihr Ende gelangt ist und einer strahlenderen und höheren Platz macht. (285, 33 - 35)

Die Offenbarung Jesu durch den Apostel Johannes

35. Alles steht geschrieben im Buch der Sieben Siegel, das sich in Gott befindet und dessen Existenz der Menschheit durch den Apostel und Propheten Johannes offenbart wurde.

36. Den Inhalt jenes Buches hat euch nur das Göttliche Lamm offenbart, denn weder auf der Erde, noch in den Himmeln war ein gerechter Geist vorhanden, der euch die tiefen Geheimnisse der Liebe, des Lebens und der Gerechtigkeit Gottes erklären konnte. Doch das Göttliche Lamm, welches Christus ist, löste die Siegel, die das Buch des Lebens verschlossen, um seinen Kindern dessen Inhalt zu offenbaren. (62, 30)

37. Wenn das Buch der Weissagungen des Johannes von einigen als undurchdringliches Geheimnis angesehen und von anderen in einer irrtümlichen Auslegung betrachtet worden ist, so ist es darauf zurückzuführen, daß die Menschheit noch nicht die nötige Vergeistigung erlangt hat, um das zu verstehen, was dort dargestellt ist; und Ich kann euch auch sagen, daß es nicht einmal von dem Propheten begriffen worden ist, dem es eingegeben wurde.

38. Johannes hörte und sah, und als er vernahm, daß man ihm befahl, es niederzuschreiben, gehorchte er sogleich; doch er verstand, daß jene Botschaft für die Menschen war, welche lange Zeit nach ihm kommen würden. (27, 80 - 81)

39. Wann werden die Menschen ihre Aufmerksamkeit dem zuwenden, was mein geliebter Jünger schriftlich hinterließ? Seltsam ist die Art und Weise, in der seine Offenbarung niedergeschrieben ist, geheimnisvoll sein Sinn, tiefgründig bis ins Unermeßliche seine Worte. Wer mag sie wohl verstehen?

40. Die Menschen, die sich für die Offenbarung des Johannes zu interessieren beginnen, vertiefen sich darin, deuten, beobachten und studieren. Einige nähern sich der Wahrheit ein wenig, andere meinen den Sinngehalt der Offenbarung entdeckt zu haben und verkünden ihn der ganzen Welt; wieder andere sind verwirrt, oder zu müde, um weiterzuforschen und sprechen jener Botschaft schließlich jeden göttlichen Sinngehalt ab.

41. Jünger der "Dritten Zeit", jetzt sage ich euch, daß wenn ihr wirklich das Verlangen habt, in dieses Heiligtum einzutreten und den eigentlichen Sinngehalt jener Offenbarungen kennenzulernen, müßt ihr euch mit dem Gebet von Geist zu Geist vertraut machen- eben jenem, das Johannes in seiner Verbannung ausübte.

42. Ihr müßt zuerst begreifen, daß die Göttliche Offenbarung, obwohl durch irdische Gestalten und Bilder dargestellt, insgesamt von der GeistSeele des Menschen handelt, von ihrer Entwicklung, ihrem Ringen, ihren Versuchungen und Stürzen, ihren Entweihungen und Ungehorsamkeiten. Sie handelt von meiner Gerechtigkeit, meiner Weisheit, meinem Reiche, von meinen Liebesbeweisen und meiner Kommunikation mit den Menschen, von ihrem Erwachen, ihrer Erneuerung und schließlich von ihrer Vergeistigung.

43. Ich offenbarte euch dort die geistige Lebensreise der Menschheit, in Zeitabschnitte unterteilt, damit ihr die Entwicklung der Seele besser versteht.

44. Also, Jünger– da sich die Offenbarung auf euer geistiges Leben bezieht, ist es angebracht, daß ihr sie aus geistiger Sicht studiert und betrachtet; denn wenn ihr Sie nur anhand irdischer Ereignisse deuten wollt, werdet ihr wie viele andere in Verwirrung geraten.

45. Zwar haben viele irdische Ereignisse einen Bezug auf die Erfüllung jener Offenbarung und werden dies auch in Zukunft haben. Aber ihr sollt wissen, daß die darin enthaltenen Geschehnisse und Zeichen auch Gestalten, Bilder und Beispiele sind, die euch helfen sollen, meine Wahrheit zu verstehen und eure Bestimmung zu erfüllen; euch zu Mir zu erheben auf dem Wege der Reinheit der GeistSeele, von der euch mein Jünger Johannes ein leuchtendes Vorbild hinterließ, welcher der Menschheit Jahrtausende vorausging in der Zwiesprache von Geist zu Geist mit seinem Herrn. (309,47-51)


 

Kapitel 38 - Die Drei Offenbarungszeiten und die Sieben Siegelepochen

Die Entwicklungsabhängigkeit der Offenbarungen Gottes

1. In den drei Zeitabschnitten, in die Ich die Entwicklung der Menschheit eingeteilt habe, steckte Ich euch mit meinem Lichte den gleichen geraden und schmalen Pfad für den Aufstieg der Seele ab, den einen Weg der Liebe, der Wahrheit und der Gerechtigkeit.

2. Ich habe euch von Unterweisung zu Unterweisung, von Offenbarung zu Offenbarung geführt, bis diese Zeit kam, in der Ich euch sage, daß ihr euch schon von Geist zu Geist mit Mir verbinden könnt. Hätte die Menschheit sich in der "Ersten Zeit" auf diese Weise verbinden können? – Nein, sie war genötigt, sich mit dem materiellen Kult, mit dem Ritus und den Zeremonien, mit den traditionellen Festessen und den Symbolen zu behelfen, damit sie das Göttliche und Geistige sich nahe zu fühlen vermochte. Aus dieser Unfähigkeit heraus, sich dem Geistigen zu nähern, sich zum Göttlichen zu erheben, das Tieferliegende zu erkennen und die Geheimnisse aufzuklären, entstanden die verschiedenen Religionen, eine jede dem Grade der geistigen Rückständigkeit oder des geistigen Fortschritts der Menschen entsprechend, wobei die einen der Wahrheit mehr zugetan waren als andere, einige vergeistigter waren als andere, doch alle dem gleichen Ziele zustrebten. Es ist der Pfad, den die Seelen im Verlaufe der Jahrhunderte und der Zeitalter zurücklegen– der Pfad, auf den die verschiedenen Religionen hinweisen. Einige sind nur mit größter Langsamkeit vorangekommen, andere sind stehengeblieben, und wieder andere sind in die Irre gegangen und haben sich befleckt. (12, 92 - 93)

3. Heute komme Ich im Geiste, und wahrlich, Ich sage euch: Manche meinen, daß Ich euch in den ersten Zeiten näher war als heute. Sie irren sich, weil Ich Mich euch mit jedem Kommen immer mehr genähert habe.

4. Erinnert euch, daß Ich Mich in der "Ersten Zeit" auf einem Berge niederließ und euch von da aus mein in Stein gemeißeltes Gesetz herabsandte. In der "Zweiten Zeit" verließ Ich die Bergeshöhe und stieg in eure Täler hinab, indem Ich Mensch wurde, um unter euch zu leben. Und in der heutigen Zeit habe Ich, um euch noch näher zu sein, euer Herz zu meiner Wohnung gemacht, um Mich dort kundzutun und von seinem Innern aus zu den Menschen zu sprechen. (3, 31)

5. Ihr begreift nun, daß Ich meine Göttliche Offenbarung in drei große Zeitabschnitte eingeteilt habe.

6. Es war in der geistigen Kindheit der Menschheit, als der Vater ihr das Gesetz gab und ihr einen Messias verhieß, der ihr das Tor zu einem neuen Zeitalter öffnen würde.

7. Der Messias war Christus, welcher zu den Menschen kam, als diese sich in ihrer geistigen Jugendzeit befanden. Er lehrte die Menschen eine höhere Art und Weise, das Gesetz zu erfüllen, das sie früher vom Vater erhalten hatten und nicht zu erfüllen verstanden. Das »Wort« Gottes sprach durch die Lippen Jesu, weshalb Ich euch sage, daß die Welt durch die Liebeslehre des vollkommenen Meisters weiterhin die Stimme und das Gebot ihres Vaters vernahm.

8. Jesus seinerseits bot den Menschen an, ihnen den »Geist der Wahrheit« zu senden, damit dieser ihnen all das begreiflich machen würde, was sie von seiner Lehre nicht verstanden hatten.

9. Nun denn, geliebtes Volk - dieses schlichte, bescheidene Wort, das ihr derzeit vernehmt, ist die Stimme des Geistes der Wahrheit, ist das Geistige Licht Gottes, das sich in euer Wesen ergießt, damit ihr eure Augen für die Neue Zeit öffnet. Dieses Licht, das euch alle Offenbarungen eures Meisters nach und nach klar begreifen läßt, ist das Licht eures Vaters, des Heiligen Geistes, welcher die Menschheit auf einer höheren seelischen Entwicklungsstufe überrascht, das heißt, während diese sich dem Erwachsenenalter nähert, um die Offenbarungen Gottes zu verstehen.

10. In allem, was euch dieses Licht offenbart, werdet ihr die Unterweisung des Vaters empfangen; denn "Das Wort" ist in Mir, und der Heilige Geist ist meine eigene Weisheit. (132, 10 - 15)

11. In vergangenen Zeiten sprach Ich nicht so zu euch. In der "Ersten Zeit" erleuchtete das Gesetz die menschliche Seele; in der "Zweiten Zeit" erleuchtete Christus durch das Licht der Liebe das Herz des Menschen. Heute erleuchtet das Licht des Heiligen Geistes euren Geist, um ihn über alles Menschliche zu erheben.

12. Von ein- und demselben Gott habt ihr diese drei Botschaften empfangen, und zwischen ihnen allen ist ein Zeitalter verstrichen - die notwendige Zeit für die Entwicklung der Seele, damit sie die neue Botschaft oder neue Unterweisung empfangen könnte.

13. Nun könnt ihr verstehen, warum Ich euch »Jünger des Heiligen Geistes« genannt habe. (229, 50 - 52)

14. Wenn Ich euch in den ersten Offenbarungen alles gesagt hätte, wäre es nicht notwendig gewesen, daß der Meister, der Messias, euch neue Unterweisungen lehren mußte, noch daß in dieser Zeit der Heilige Geist kam, um euch die Herrlichkeiten des Geistigen Lebens zu zeigen.

15. Deshalb sage Ich euch, daß ihr euch nicht an das klammern sollt, was euch in früheren Zeiten offenbart wurde, als ob es das letzte Wort meiner Lehre gewesen wäre.

16. Ich kam aufs neue zu den Menschen, und lange Zeit hindurch habe Ich Mich durch ihr Verstandesvermögen kundgetan, und noch immer kann Ich euch sagen, daß mein letztes Wort noch nicht gesprochen ist.

17. Sucht in meinem Buch der Weisheit immer das letzte Wort, die neue Seite, die euch den Sinngehalt, den Inhalt des früher Gegebenen offenbart, damit ihr in Wahrheit meine Jünger seid. (149, 44 - 45)

Die drei Testamente Gottes

18. Mose, Jesus und Elia – dies ist der Weg, den der Herr dem Menschen vorgezeichnet hat, um ihm zu helfen, sich zum Reiche des Friedens, des Lichtes und der Vollkommenheit zu erheben.

19. Fühlt in eurem Leben die Gegenwart der Boten des Herrn. Keiner von ihnen ist gestorben; sie alle leben, um den Weg der Menschen, die sich verirrt haben, zu erhellen und ihnen zu helfen, sich von ihren Stürzen zu erheben, und um sie zu stärken, damit sie sich in den Prüfungen ihrer Schuldabtragung, derselben mit Liebe widmen.

20. Erkennt das Werk, das Mose durch die Inspiration Jehovas auf Erden erfüllte. Erforscht eingehend die Lehre Jesu, durch welchen das "Göttliche Wort" sprach, und sucht den geistigen Sinn meiner neuen Offenbarung, deren Zeitalter von Elia vertreten wird. (29, 20 - 22)

21. Wenn in der "Zweiten Zeit" meine Geburt als Mensch ein Wunder war, und meine geistige Auferstehung nach meinem körperlichen Tode ein weiteres Wunder – wahrlich, Ich sage euch – dann ist meine Kundgabe in dieser Zeit mittels eines menschlichen Verstandes ein geistiges Wunder.

22. Meine Prophezeiungen werden sich in dieser Zeit bis zur letzten erfüllen. Ich hinterlasse euch meine drei Testamente, die ein einziges bilden.

23. Wer den Vater früher als Liebe, Opfer und Vergebung gekannt hat, soll Ihn in dieser Zeit vollkommen kennenlernen, damit er Ihn liebt und verehrt, statt seine Gerechtigkeit zu fürchten.

24. Wenn ihr in der "Ersten Zeit" dem Gesetz angehangen seid, so geschah dies aus Furcht, daß die Göttliche Gerechtigkeit euch züchtigen würde; deshalb sandte Ich euch mein »Wort«, damit ihr erkennen würdet, daß Gott Liebe ist.

25. Heute kommt mein Licht zu euch, damit ihr nicht in die Irre geht und in Treue gegen mein Gesetz das Ende des Weges erreichen könnt. (4, 43 - 47)

26. Meine neuen Unterweisungen sind die Bestätigung jener, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" gab, aber sie sind noch weitreichender. Bedenkt: Damals sprach Ich zum Herzen der Menschen, jetzt dagegen spreche Ich zum Geiste.

27. Ich verleugne keines meiner Worte, die Ich euch in der Vergangenheit gab– im Gegenteil, Ich gebe ihnen die gebührende Erfüllung und die richtige Auslegung. Ebenso sagte Ich damals den Pharisäern, die glaubten, daß Jesus das Gesetz zerstören wolle: "Denkt nicht, daß Ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen– im Gegenteil, Ich komme, um sie zu erfüllen". Wie könnte Ich jenes Gesetz und die Prophezeiungen verleugnen, da sie doch das Fundament des Tempels sind, der in drei Zeitaltern in den Herzen der Menschen errichtet werden mußte, und die Ankündigung meines Kommens zur Welt? (99, 24 - 25)

28. Heute sage Ich euch wiederum: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben", und wenn ihr den Sinngehalt meines Wortes in dieser Zeit sucht, werdet ihr in ihm das ewige Gesetz der Liebe finden, eben jenen Weg, den Ich euch auf Erden vorzeichnete.

29. Damals glaubten viele, daß Christus den Weg verfehlte und das Gesetz verfälschte. Daher bekämpften und verfolgten sie Ihn. Doch die Wahrheit setzt sich wie das Licht der Sonne gegen die Finsternis immer durch. Jetzt wird mein Wort von neuem bekämpft werden, denn manche glauben in seinem Sinngehalt Widersprüche, Unklarheiten und Irrtümer zu finden. Aber sein Licht wird erneut in die Finsternisse dieser Zeit hineinleuchten, und die Menschheit wird erkennen, daß der Weg und das Gesetz, die Ich euch offenbart habe, die gleichen wie in jener Zeit sind und es immer sein werden. (56, 69 - 70)

30. Diese Unterweisung ist der Weg zum ewigen Leben; jeder, der in dieser Lehre eine emporhebende Kraft und Vollkommenheit entdeckt, wird sie mit derjenigen zu vereinigen verstehen, die Ich euch lehrte, als Ich auf Erden war, weil ihre Essenz dieselbe ist.

31. Wer die Wahrheit, die in meinen Lehren enthalten ist, nicht zu finden versteht, wird sogar versichern können, daß diese Lehre nicht zum gleichen Ziele führt wie die Lehren Jesu; die durch schlechte Auslegungen verblendeten oder durch religiösen Fanatismus verwirrten Seelen werden nicht sofort die Wahrheit dieser Offenbarungen begreifen können. Sie müssen einen Weg der Prüfungen durchlaufen, um von der irdischen Gesinnung frei zu werden, die sie hindert, mein Gebot zu verstehen und zu erfüllen, das euch lehrt, einander zu lieben. (83, 42 - 43)

32. Vergebens werden viele Menschen sagen, daß diese Lehre neu ist, oder daß sie keine Beziehung zu den Göttlichen Offenbarungen hat, die euch in vergangenen Zeiten gegeben wurden. Ich versichere euch, daß alles, was Ich euch in dieser Zeit mittels des menschlichen Verstandesvermögens gesagt habe, seine Wurzeln und seine Grundlagen in dem hat, was euch bereits in der Ersten und Zweiten Zeit prophetisch verkündet wurde.

33. Doch die Verwirrung, von der Ich zu euch spreche, wird daher kommen, weil diejenigen, die jene Offenbarungen auslegten, den Menschen ihre Deutungen aufgenötigt haben, und diese waren teils zutreffend und teilweise irrig. Auch wird es geschehen, weil jenes geistige Licht meiner Lehren den Menschen vorenthalten und manchmal in verfälschter Form gegeben wurde. Daher haben heute, da die Zeit gekommen ist, wo mein Licht euch aus der Finsternis eurer Unwissenheit befreit, viele Menschen verneint, daß dies das Licht der Wahrheit sein kann, da es nach ihrer Meinung nicht mit dem übereinstimmt, was Ich euch früher gelehrt habe.

34. Ich versichere euch, daß keines meiner Worte verloren geht, und daß die Menschen dieser Zeit erfahren werden, was Ich euch in den vergangenen Zeiten tatsächlich sagte. Wenn die Welt dann den Spiritualismus kennenlernt, wird sie sagen: "Tatsächlich, all dies hat Jesus bereits gesagt!"

35. Tatsächlich habe Ich euch bereits alles gesagt, auch wenn Ich von vielen der offenbarten Wahrheiten euch nur das Grundsätzliche derselben verkündete. Ich hinterließ sie euch, damit ihr sie allmählich begreifen lernen würdet, denn zu jener Zeit war die Menschheit noch nicht fähig, all das zu verstehen, was Ich euch jetzt in vollem Umfang zeige. (155, 24 -27)

Die Dritte Zeit

36. Dies ist die "Dritte Zeit", in der Ich euch die Lektion gelehrt habe, die die Menschheit geistig vereinen soll. Denn es ist mein Wille, daß die Sprachen, die Rassen, die verschiedenen Ideologien kein Hindernis mehr sein sollen für ihre Vereinigung. Die geistige Essenz, aus der Ich einen Geist schuf, ist dieselbe, die alle besitzen, und die Substanzen, aus denen das Blut zusammengesetzt ist, das durch die Adern des Menschen fließt, sind die gleichen bei allen. Daher sind alle gleich und meiner würdig, und für alle bin Ich aufs neue gekommen. (95, 9)

37. Die Veränderungen, die das menschliche Leben erfährt, werden so groß sein, daß es euch vorkommen wird, als ob eine Welt zu Ende ginge und eine andere geboren würde.

38. So, wie zu allen Zeiten das Leben des Menschen in Epochen oder Zeitalter unterteilt wurde, und jedes derselben sich durch etwas ausgezeichnet hat - sei es durch seine Entdeckungen, durch die Göttlichen Offenbarungen, die es empfangen hat, durch seine Entfaltung im Sinne des Schönen, was der Mensch »Kunst« nennt, oder durch seine Wissenschaft - so wird die nun beginnende Zeit, das Zeitalter, das bereits wie eine neue Morgenröte hervorbricht, durch die Entfaltung der Geistesgaben gekennzeichnet sein - jener Seite eures Wesens, die ihr hättet pflegen sollen, um euch so viele Übel zu ersparen, was ihr jedoch immer auf später verschoben habt.

39. Glaubt ihr nicht, daß das menschliche Leben sich völlig wandeln kann, wenn es Spiritualität entwickelt, die Geistesgaben entfaltet und das Gesetz in Kraft setzt, welches auf dieser Welt vom Gewissen diktiert wird?

40. Bald werden alle Völker begreifen, daß Gott in jedem Zeitalter zu ihnen gesprochen hat, daß die Göttlichen Offenbarungen die Leiter gewesen ist, die der Herr zu den Menschen herabgelassen hat, damit sie zu Ihm aufwärtssteigen könnten.

41. Diese neue Zeit werden manche die Zeit des Lichtes nennen, andere das Zeitalter des Heiligen Geistes, und wieder andere die Zeit der Wahrheit. Doch Ich sage euch, daß es die Zeit der seelischen Aufwärtsentwicklung, der geistigen Wiederherstellung, der Rückforderung sein wird.

42. Dies ist die Epoche, von der Ich schon seit langer Zeit gewünscht habe, daß sie im Herzen des Menschen lebt, und die fortwährend von ihm selbst bekämpft und zerstört wurde– eine Zeit, deren Helligkeit von allen gesehen wird und unter deren Licht sich alle Kinder des Herrn vereinen: nicht zu einer Religionsgemeinschaft von Menschen, die die einen aufnimmt und die anderen abweist, die ihre eigene Wahrheit ausposaunt und sie anderen abspricht, die unwürdige Waffen gebraucht, um sich durchzusetzen oder welche Finsternis statt Licht gibt. (135, 53- 54, 57-59)

43. Dies ist die "Dritte Zeit", in der die Seele des Menschen sich von den Ketten des Materialismus befreien muß. Dies wird der Kampf der Weltanschauungen mit sich bringen, der heftiger sein wird, als ihn die Geschichte der Menschheit kennt.

44. Die Verderbtheit, der Egoismus, der Hochmut, das Laster, die Lüge und alles, was euer Leben überschattet hat, werden wie zerbrochene Götzenbilder zu Füßen derer fallen, die sie verehrten, um der Demut Platz zu machen. (295, 64 - 65)

Die sieben heilsgeschichtlichen Epochen

45. Die erste dieser geistigen Entwicklungsetappen auf der Welt wird von Abel repräsentiert, dem ersten Diener des Vaters, welcher Gott sein Brandopfer darbrachte. Er ist das Symbol des Opfers. Die Mißgunst stand wider ihn auf.

46. Die zweite Etappe repräsentiert Noah. Er ist das Symbol des Glaubens. Er baute die Arche aufgrund Göttlicher Inspiration und führte die Menschen hinein, um sie zu retten. Gegen ihn erhob sich die Volksmenge mit ihrem Zweifel, Spott und heidnischer Gesinnung. Doch Noah hinterließ seinen Samen des Glaubens.

46. Der dritte Zeitabschnitt wird durch Jakob versinnbildlicht. Er verkörpert die Kraft, er ist Israel, der Starke. Er sah geistig die Himmelsleiter, auf der ihr alle aufsteigen werdet, um euch "zur Rechten des Schöpfers zu setzen". Gegen ihn erhob sich der Engel des Herrn, um seine Kraft und seine Beharrlichkeit auf die Probe zu stellen.

47. Der vierte wird durch Mose symbolisiert, er verkörpert das Gesetz. Er zeigt die Tafeln, auf denen es für die Menschen aller Zeiten niedergeschrieben ist. Er war es, der mit seinem unermeßlichen Glauben das Volk befreite, um es auf dem Weg der Errettung zum Gelobten Lande zu führen. Er ist das Sinnbild des Gesetzes.

48. Der fünfte Zeitabschnitt wird durch Jesus, das »Göttliche Wort«, das Unbefleckte Lamm repräsentiert, welcher zu allen Zeiten zu euch gesprochen hat und weiterhin zu euch sprechen wird. Er ist die Liebe, um deretwillen er Mensch wurde, um in der Menschenwelt zu leben. Er erlitt den Schmerz derselben, zeigte der Menschheit den Weg des Opfers, der Liebe und der Barmherzigkeit, auf dem sie die Erlösung von all ihren Sünden erreichen soll. Er kam als Meister, um zu lehren, wie man trotz der Herkunft aus einfachen Verhältnissen in der Liebe lebt, bis zur Selbstaufopferung geht und liebend, vergebend und segnend stirbt. Er verkörpert die fünfte Etappe, und sein Symbol ist die Liebe.

49. Den sechsten Zeitabschnitt repräsentiert Elia. Er ist das Symbol des Heiligen Geistes. Er kommt auf seinem »Feuerwagen« und bringt das Licht zu allen Nationen und allen Welten, die euch unbekannt, aber Mir bekannt sind, weil Ich der Vater aller Welten und aller Geschöpfe bin. Dies ist die Etappe, in der ihr derzeit lebt – jene des Elias. Sein Licht ist es, das euch erleuchtet. Er ist der Repräsentant jener Lehren, die verborgen waren und den Menschen in dieser Zeit offenbart werden.

50. Der siebte Zeitabschnitt wird durch den Vater Selbst verkörpert. Es ist das Endziel, der Höhepunkt der Entwicklung. In ihm ist die Zeit der Gnade, das Siebte Siegel.

51. Hiermit ist das Geheimnis der Sieben Siegel gelöst. Das ist der Grund, weshalb Ich euch sage, daß die derzeitige Epoche das sechste Siegel beinhaltet. Denn fünf von ihnen sind schon vergangen, das sechste ist nun gelöst, und das siebte bleibt noch verschlossen, sein Inhalt ist noch nicht gekommen, es ist noch nicht an der Zeit, daß diese Etappe zu euch kommt. Wenn sie da ist, wird Gnade, Vollkommenheit und Friede walten. Aber um sie zu erreichen – wieviele Tränen wird der Mensch noch vergießen müssen, um seine Seele zu läutern? (161, 54 - 61)

52. Das Buch der Sieben Siegel ist die Geschichte eures Lebens, eurer Entwicklung auf der Erde, mit all ihren Kämpfen, Leidenschaften, Auseinandersetzungen und schließlich dem Sieg des Guten und der Gerechtigkeit, der Liebe und der Vergeistigung über die Leidenschaften des Materialismus.

53. Glaubt in Wahrheit, daß alles auf einen geistigen und ewigen Zweck abzielt, damit ihr jeder Lektion den rechten Platz einräumt, der ihr zukommt.

54. Solange euch das Licht des Sechsten Siegels erleuchtet, wird eine Zeit der Auseinandersetzung, der Entsagung und Läuterung sein; doch wenn diese Zeit vorüber ist, werdet ihr einen neuen Zeitabschnitt erreicht haben, in welchem euch das Siebte Siegel neue Offenbarungen bringen wird. Wie zufrieden und glücklich wird die Seele desjenigen die neue Zeit empfangen, welcher als rein und vorbereitet befunden wurde. Solange euch das Sechste Siegel erleuchtet, werden sich Körper und Seele läutern. (13, 53 – 55)

55. Das Buch, das im Himmel versiegelt wurde, hat sich im sechsten Kapitel aufgetan. Es ist das Buch der Sieben Siegel, das Weisheit und Gericht enthält und wegen meiner Liebe zu euch entsiegelt wurde, um euch seine tiefen Lehren zu offenbaren.

56. Der Mensch hat fünf Zeitabschnitte hindurch auf der Erde gelebt, ermutigt durch den Göttlichen Hauch des Geistes. Trotzdem hat er den geistigen Sinn des Lebens, den Zweck seines Daseins, seine Bestimmung und seinen Wesenskern nicht begriffen. Alles war ein undurchdringliches Geheimnis für seinen Verstand wie für seine Seele, ein versiegeltes Buch, dessen Inhalt er nicht zu deuten vermochte.

57. Vage ahnte er das Geistige Leben, aber ohne wirklich die Stufenleiter der Entwicklung zu kennen, welche die Wesen Gott näherbringt. Er kannte nicht seine sehr hohe Mission auf Erden und nicht die Tugenden und Gaben, die seinem Geist zugehören, um in den Kämpfen zu siegen, sich über die menschlichen Nöte zu erheben und sich seelisch zu vervollkommnen, um im Ewigen Lichte zu wohnen.

58. Es war notwendig, daß das Göttliche Buch geöffnet würde und die Menschen seinen Inhalt betrachten würden, um sich aus dem Dunkel der Unwissenheit retten zu können, welche der Ursprung aller Übel ist, die es auf der Welt gibt. Wer konnte dieses Buch öffnen? Etwa der Theologe, der Wissenschaftler oder Philosoph? Nein, niemand, nicht einmal die gerechten Seelen konnten euch seinen Inhalt offenbaren, weil das, was das Buch hütete, die Weisheit Gottes war.

59. Nur Christus, das »Wort«, Er allein, die Göttliche Liebe konnte es tun; aber auch dann war es notwendig, zu warten, bis die Menschen in der Lage wären, die Göttliche Botschaft zu empfangen, ohne daß sie vom Glanze meiner geistigen Gegenwart geblendet würden. So mußte die Menschheit fünf Etappen der Prüfungen, Belehrungen, der Erfahrung und Entwicklung durchlaufen, um die angemessene Entfaltung zu erreichen, die ihr erlauben würde, die Geheimnisse kennenzulernen, welche das Buch der Weisheit Gottes für die Menschen bewahrte.

60. Das Gesetz Gottes, sein durch Christus gegebenes Göttliches Wort und alle Botschaften von Propheten, Boten und Abgesandten waren der Same, der den Glauben der Menschheit an eine Göttliche Verheißung aufrecht erhielt, welche immer Licht, Rettung und Gerechtigkeit für alle Menschen ankündigte.

61. Jetzt ist die erwartete Zeit für die Große Offenbarung da, durch die ihr alles verstehen sollt, was Ich euch über die Zeiten hin offenbart habe und erfahren sollt, wer euer Vater ist, wer ihr selbst seid, und was der Grund für euer Dasein ist.

62. Nun ist die Zeit, in der ihr aufgrund der seelischen Entwicklung, die ihr erreicht habt, der durchlebten Prüfungen und der gesammelten Erfahrung, von meinem Geiste zu dem euren das Licht der Weisheit empfangen könnt, das in meinen Schatzkammern in Erwartung eurer Zurüstung aufbewahrt ist. Und da die Menschheit den notwendigen Entwicklungsgrad erlangt hat, um meine Botschaft zu empfangen, habe Ich ihr den ersten Strahl meines Lichtes gesandt, welches dieser hier ist, der die ungebildeten und schlichten Menschen, die meiner Einsprache als Stimmträger dienen, in Verzückung sprechen ließ.

63. Dieser Lichtstrahl ist nur vorbereitender Art gewesen, er ist wie das Licht der Morgendämmerung, wenn es den neuen Tag ankündigt. Später wird mein Licht voll zu euch gelangen, euer Dasein erhellen und selbst den letzten Schatten von Unwissenheit, Sünde und Elend beseitigen.

64. Diese Zeit, deren Morgenröte ihr im Unendlichen bewundert, ist die sechste Epoche, die im geistigen Leben der Menschheit anbricht – die Ära des Lichtes, der Offenbarungen, der Erfüllung alter Prophezeiungen und vergessener Verheißungen. Es ist das Sechste Siegel, das bei der Lösung seinen Inhalt an Weisheit in euren Geist verströmt, in einer Botschaft voll Gerechtigkeit, Aufklärung und Offenbarung. (269, 10 - 18)

65. Jünger, Ich will, daß die Tugenden eures Herzens die Gewänder sind, die die Blößen eures Geistes bedecken. So spricht zu euch der Tröster-Geist, welcher in der Zweiten Zeit verheißen wurde.

66. Der Vater wußte bereits um den Schmerz und die Prüfungen, die die Menschheit bedrücken würden, und den Grad der Verderbtheit, den die Menschen erreichen würden. Das Kommen des Trösters bedeutet für euch die Lösung des Sechsten Siegels, das heißt den Beginn einer neuer Etappe in der Entwicklung der Menschheit. Von diesem Zeitpunkt an ist für alle Menschen ein Göttliches Gericht in Kraft; jedes Leben, jedes Werk, jeder Schritt wird streng gerichtet. Es ist das Ende eines Zeitalters, nicht das Ende des Lebens.

67. Es ist der Abschluß der Zeiten der Sünde, und es ist notwendig, daß der ganze Inhalt dieses Sechsten Siegels des Buches Gottes auf die Seelen ausgegossen wird und sie aus ihrer Lethargie reißt, damit der Mensch sich aufrafft und die Harmonie seines Geistes mit der ganzen Schöpfung erlebt, und er sich für die Zeit vorbereite, in welcher durch das Lamm das Siebte Siegel gelöst wird, welches die letzten Hefen des Leidenskelches bringen wird, aber auch den Triumph der Wahrheit, der Liebe und der Göttlichen Gerechtigkeit. (107, 17 - 19)

68. Ich will, daß sich die Menschheit in dieser Zeit vorbereitet, damit, wenn das letzte Siegel gelöst wird, die Menschen sich dessen bewußt werden und sich beeilen, den Inhalt der neuen Offenbarungen zu vernehmen und zu verstehen. Ich will, daß die Nationen und Völker stark werden, um den Leiden jener Tage standzuhalten.

69. Ich werde jene selig nennen, die die Heimsuchungen jener Zeiten zu überstehen wissen, und werde ihnen eine Belohnung für ihre Ausdauer und ihren Glauben an meine Macht geben, indem Ich sie als Stammeltern einer neuen Menschheit übrig lasse. (111, 10 - 11)

70. Wenn das Siebte Siegel zusammen mit den sechs anderen abgeschlossen ist, wird auch jenes Buch verschlossen bleiben, welches das Urteil Gottes über die Werke der Menschen gewesen ist, vom ersten bis zum letzten. Dann wird der Herr ein neues, unbeschriebenes Buch öffnen, um in ihm die Auferstehung der Toten, die Befreiung der Unterdrückten, die Erneuerung der Sünder und den Sieg des Guten über das Böse aufzuzeichnen. (107, 20)


 

Kapitel 39 - Das irdische und das Geistige Israel

Die geschichtliche Sendung Israels, sein Versagen

1. Wahrlich, Ich sage euch, wenn die Menschen an dem Gesetz festgehalten hätten, an das sie das Gewissen in ihrem Innern mahnte, wäre es nicht notwendig gewesen, euch Führer oder Propheten zu senden; noch wäre es nötig gewesen, daß euer Herr zu euch herabkam und daß Ich sogar in der "Ersten Zeit" mein Gesetz in einen Stein meißeln mußte, und daß Ich Mensch werden und als Mensch an einem Kreuze sterben mußte in der "Zweiten Zeit".

2. Wenn Ich ein Volk heranbildete und es mit Gnadengaben überhäufte, geschah dies nicht, damit es sich erhöhe und die anderen erniedrige, sondern damit es ein Beispiel der Ergebung gegenüber dem wahren Gott und ein Vorbild der Brüderlichkeit unter den Menschen sei.

3. Ich erwählte dieses Volk, damit es ein Werkzeug meines Willens auf Erden sei und ein Überbringer meiner Offenbarungen, damit es alle einlade, in meinem Gesetze zu leben, und so die ganze Menschheit schließlich ein einziges Volk des Herrn bilde.

4. Dieses Volk hat viel gelitten – obwohl es das Auserwählte gewesen ist – weil es glaubte, daß das Erbe nur für es selbst da sei, daß sein Gott nicht auch für die Heiden Gott sein könne, weil es die übrigen Völker als Fremdlinge betrachtete und sie nicht teilhaben ließ an dem, was der Vater ihnen anvertraut hatte. Ich habe es nur darum eine Zeitlang von den anderen Völkern abgesondert, damit es nicht von der Schlechtigkeit und dem Materialismus angesteckt werden sollte.

5. Aber als es sich in seiner Selbstsucht abkapselte und groß und stark zu sein glaubte, bewies Ich ihm, daß seine Macht und seine Größe trügerisch waren, und Ich ließ zu, daß andere Nationen es überfielen und in die Knechtschaft führten. Könige, Pharaonen und Cäsaren waren seine Herren, obwohl Ich ihnen angeboten hatte, ihr Herr zu sein.

6. Der Vater in seiner unendlichen Liebe offenbarte sich aufs neue seinem Volke, um ihm die Freiheit zu geben und es an seine Mission zu erinnern – und in der heutigen Zeit komme Ich, um ihm meine Lehren der Liebe zu geben; doch nur mein Blick kann unter der Menschheit die Kinder Israels entdecken, die Ich herbeirufe und sammle, damit sie das Licht des Heiligen Geistes empfangen.

7. Ich habe Mich vor eurem Geiste offenbart, denn die Zeit, in der Ich durch die Natur und mittels materieller Manifestationen, die ihr Wunder nanntet, zu euch gesprochen habe, ist längst vergangen. Heute könnt ihr Mich bereits in eurem Geiste empfinden, ebenso wie im Innersten eures Herzens.

8. In dieser Zeit ist nicht Palästina Zeuge meiner Offenbarung gewesen; denn es ist nicht ein bestimmter Ort, den Ich suche, sondern euer Geist. Ich suche das "Volk Israel nach dem Geist", nicht nach dem Blut- das Volk, das den geistigen Samen besitzt, den es über die Zeiten hin durch meine Barmherzigkeit empfangen hat. (63, 64 – 69)

Die Spaltung des jüdischen Volkes in irdisch und geistig Gesinnte

9. Es war notwendig, daß der Vater nach seinem Scheiden (in Jesus) den Händen seines Volkes das Land entriß, das ihm schon seit seinen Vorfahren anvertraut worden war.

10. Den einen wurde es als Sühne entrissen und den anderen zur Belohnung; denn jenes Land Kanaan, jenes liebliche Palästina vergangener Zeiten, wurde von Mir nur als ein Abbild des wahren Landes der Verheißung für den Geist zubereitet. Als dem Volk jene Besitztümer genommen wurden, blieb der materialistisch eingestellte Jude als Heimatloser auf der Erde zurück; doch der andere Teil - die Treuen, die immer meine Gegenwart gefühlt haben, blieben meinem Willen ergeben, ohne Schmerz darüber, jenes Vermächtnis vergangener Zeiten verloren zu haben, weil sie wußten, daß ihnen eine neue Gnade des Vaters anvertraut worden war: das Vermächtnis seines Wortes, des Göttlichen Wortes, seines Opfers, seines Blutes.

11. In der Fülle der Dritten Zeit lebte, von Mir beobachtet, mein Volk Israel noch immer in zwei Gruppen geteilt: Die eine vermaterialisiert, reich geworden durch die Güter der Erde als ihrer eigenmächtigen Wiedergutmachung, welche selbst die Fundamente der Welt durch ihre Macht erzittern läßt, weil sie ihre Kraft, ihr Talent, die Gnadengaben, die der Vater auf ihren Geist ausgoß, in den Dienst für sich selbst, für ihren Ehrgeiz, für ihre Größe gestellt hat.

12. Seht, wie jenes Volk selbst innerhalb der Grenzen seines Materialismus Beweise von Stärke gegeben hat in seinen Wissenschaften, in seinem Willen, in seiner Intelligenz. Es bewahrt auf dem Grunde seines Herzens den Groll wegen der früheren Hungersnöte, der Versklavungen, der Erniedrigungen; doch heute erhebt es sich stark und stolz, um andere Völker zu demütigen, sie mit ihrer Macht einzuschüchtern, um sie zu beherrschen. Heute ist es selbst der Satte und sieht mit Genugtuung auf die Millionen von Hungrigen und auf die großen Volksmassen von Sklaven ihres Goldes, ihrer Macht, ihrer Wissenschaft und ihres Geltungsstrebens.

13. Doch Ich sehe auch den anderen Teil meines Volkes, den der Standhaften und Getreuen- derer, die meine Gegenwart immer zu fühlen vermochten, derer, die meine Ankunft unter den Menschen immer erkannt haben, derer, die an meine Offenbarungen geglaubt haben, und die Mir trotz allem gehorsam gewesen sind und meine Aufträge erfüllt haben.

14. Jener andere Teil seid nicht nur ihr, die ihr Zeugen meiner Kundgabe in dieser Zeit mittels des Verstandesvermögens des Menschen gewesen seid; denn ein Teil des Geistigen Volkes Israel ist über den ganzen Erdkreis verstreut, und an dem Ort, an dem sich jeder befindet, empfängt er meine fürsorgliche Liebe, spürt er meine Gegenwart, nährt er sich von meinem Brot und erwartet Mich, ohne zu wissen, von wo Ich herkommen würde, noch in welcher Art und Weise, aber er erwartet Mich.

15. Doch die, welche sehr wohl wissen, wie Ich gekommen bin, wie Ich Mich kundgetan habe- die, die für die kommenden Zeiten vorbereitet sind, seid ihr, die ihr einen Teil der 144000 von Mir aus den zwölf Stämmen jenes Volkes Erwählten darstellt - Hundertvierundvierzigtausend, die vor dem zahlreichen Volk Israel wie 144.000 Hauptleute sein werden, die es im Geistesringen der Dritten Zeit in die Große Schlacht führen.

16. Meint ihr, daß mein Volk immerdar geteilt sein wird? Wahrlich, Ich sage euch: Nein! Für euch sind die Unterweisung, das Licht und die Prüfungen gekommen, für jene sind meine Gerechtigkeit und gleichfalls Heimsuchungen gekommen. Ich führe sie nun mit großen Schritten zum Erwachen ihres Geistes, und obwohl sie mit Sicherheit im ersten Moment mein drittes Kommen zur Welt leugnen werden, wie sie das zweite verleugneten, sage Ich euch: Nicht ferne ist nun der Zeitpunkt ihrer Bekehrung. Sie leben in ihren alten Traditionen, doch Ich durchschaue den Geist und das Herz des jüdischen Volkes und lasse euch wissen, daß es mehr aus Bequemlichkeit und Furcht vor geistigen Offenbarungen an seinen Traditionen festhält, als aus eigener Überzeugung. Es scheut sich vor den Manifestationen des Jenseits; doch das, was Ich ihnen vorschlagen werde, ist: der Verzicht auf alles Unnötige, die Ausübung der Barmherzigkeit, der Liebe und Demut.

17. Ihnen werdet ihr euch stellen müssen, und ihr werdet beide zu euren Waffen greifen: die einen zum Wort, zum Gedanken, zum Gebet und zu den Beweisen; die anderen zu ihrer Begabung, ihrer Macht, ihrer Tradition. Doch Ich werde in dieser Auseinandersetzung gegenwärtig sein und werde bewirken, daß meine Gerechtigkeit tatsächlich siegt, werde dafür sorgen, daß die Spiritualität triumphiert, daß der Geist sich über das Fleisch erhebt, es beugt und demütigt, und dann wird die Versöhnung der Stämme Israels kommen, die Vereinigung des Volkes des Herrn.

18. Wenn jenes Volk erst einmal zugerüstet ist - wahrlich, Ich sage euch, dann wird es seinen Auftrag erfüllen, bis es die große Mission vollendet hat, die Gott von Anbeginn der Zeiten seinem Auserwählten Volke aufgetragen hat; welche darin besteht, der Erstgeborene und Treuhänder der Offenbarungen des Herrn zu sein, damit er als Ältestes der Geschwister die übrigen führen, seine Gnade mit ihnen teilen und alle zur Rechten des Vaters bringen würde. (332, 17 - 21)

Das Geistige Volk Israel

19. Wenn Ich von meinem "Volk Israel" spreche, vom "Volk des Herrn", so meine Ich jene, die eine geistige Mission mit auf die Erde gebracht haben- jene, die mein Gesetz bekannt machten, die Mich ankündigten, Mir treu waren; jene, die das Dasein des lebendigen Gottes verkündeten, die den Samen der Liebe fortpflanzten und die im Sohne die Gegenwart und das Wort des Vaters zu erkennen vermochten. Diese sind es, die das Volk Gottes bilden, dies ist Israel, das starke, das getreue, das kluge Israel. Dies ist meine Legion von Soldaten, die dem Gesetze, der Wahrheit treu sind.

20. Jene, die meine Propheten verfolgten, die das Herz meiner Boten zerrissen, jene, die dem wahren Gott den Rücken kehrten, um sich vor Götzen zu verbeugen – jene, die Mich leugneten, Mich verspotteten und mein Blut und Leben forderten, gehörten nicht zum Auserwählten Volk, auch wenn sie sich aufgrund der Rasse Israeliten nannten; sie gehörten nicht zum Volke der Propheten, zur Schar der Erleuchteten, zu den treuen Soldaten. Denn »Israel« ist ein geistiger Name, der unrechtmäßig verwendet wurde, um eine Rasse zu beherrschen.

21. Ihr sollt auch wissen, daß jeder, der den Wunsch hat, zu meinem Volke zu gehören, es mit seiner Liebe, seiner Barmherzigkeit, seinem Eifer und seiner Gesetzestreue erreichen kann.

22. Mein Volk besitzt keine bestimmten Länder oder Städte auf der Welt, mein Volk ist keine Rasse, sondern es ist in allen Rassen vertreten, unter allen Menschen. Diese Menschenschar hier, die mein Wort vernimmt und neuen Offenbarungen empfängt, ist nur ein Teil meines Volkes. Ein anderer Teil ist über die Erde verstreut, und ein weiterer, der größte Teil, lebt in der Geistigen Welt.

23. Das ist mein Volk, das Mich kennt und Mich liebt, das Mir gehorcht und Mir nachfolgt. (159, 55 - 59)

24. Heute sage Ich euch: Wo ist mein Volk? Wo ist jenes, das klug in den Prüfungen, mutig in den Schlachten und standhaft in den Mühsalen ist? Es ist über die Welt verstreut. Doch Ich werde es mit meiner Stimme zum Aufbruch veranlassen und es geistig vereinen, damit es allen Völkern vorangeht. Aber Ich sage euch, daß es heute von Menschen aller Rassen gebildet werden wird, die begreifen werden, welches das Bündnis ist, das Ich von allen Menschen erwarte.

25. Dieses Volk soll mutig und kämpferisch sein, doch soll es keine brudermörderischen Waffen, noch Kriegswagen haben, auch soll es keine Vernichtungsgesänge anstimmen. Sein Banner soll der Friede sein, sein Schwert die Wahrheit, und sein Schild die Liebe.

26. Niemand wird entdecken können, wo dieses Volk ist: es ist überall. Seine Feinde werden versuchen, es zu vernichten, aber dies nicht können, denn nirgendwo werden sie es körperlich vereint finden, weil seine Einheit, seine Ordnung und seine Harmonie geistig sein werden. (157, 48 - 50)

27. In dieser Zeit wirkt der Geist des wahren Israel überall. Es sind die Seelen, die meine Gegenwart fühlen, die mein Kommen erwarten, die auf meine Gerechtigkeit vertrauen.

28. Wenn diese Worte zu anderen Orten gelangen, werden viele darüber spotten; aber Ich sage euch, es wäre für sie besser, dieselben nicht zum Gegenstand ihres Spottes zu machen, denn die Stunde wird kommen, in der sie aus ihrem tiefen Schlafe erwachen und erkennen, daß auch sie Kinder des Volkes Gottes sind.

29. Diese Menschenscharen hier, die Mich heute vernehmen, können einem Irrtum erliegen, wenn sie mein Wort nicht studieren, und wenn sie sich nicht freimachen von ihrer irdisch-materiellen Denkungsart. Es kann ihnen ergehen wie dem israelitischen Volke der Ersten Zeiten, welches die Stimme des Herrn hörte, das Gesetz empfing und Propheten hatte, weshalb es schließlich glaubte, das einzige von Gott geliebte Volk zu sein – ein schwerer Irrtum, von dem es die großen Heimsuchungen, die Erniedrigung, die Verbannung und die Gefangenschaft befreien sollten.

30. Ihr müßt wissen, daß meine Liebe euch nicht nach Rassen oder nach Glaubensüberzeugungen aufteilen könnte, und daß, wenn Ich von "meinem Volke" spreche, dies nur geschieht, weil Ich schon seit den frühesten Zeiten Geister zubereite, die Ich zur Erde sende, damit sie mit ihrem Lichte den Weg der Menschheit erhellen.

31. Sie sind die ewigen Wanderer gewesen, die in verschiedenen Nationen gelebt haben und durch viele Prüfungen gegangen sind. In dieser Zeit haben sie festgestellt, daß die menschlichen Gesetze ungerecht sind, daß die menschlichen Gefühlsäußerungen nicht wahrhaftig sind, und daß in den Seelen der Menschen Friedlosigkeit herrscht. (103, 10 - 14)

32. Das Volk Gottes wird ein weiteres Mal unter der Menschheit erscheinen - nicht in einer Rasse personifiziertes Volk, sondern eine große Menschenmasse, eine Legion Jünger von Mir, bei denen nicht das Blut, die Rasse oder die Sprache entscheidend ist, sondern der Geist.

33. Dieses Volk wird sich nicht darauf beschränken, meine Lehre durch Schriften zu lehren. Damit die Worte Leben haben, muß man sie leben. Dieses Volk wird nicht nur Verbreiter von Schriften und Büchern sein, sondern auch von Lehrbeispielen und Taten.

34. Heute befreie Ich euch von allem Unnötigen, vom Unreinen und Irrigen, um euch in ein schlichtes und reines Leben einzuführen, über das sich eure Seele emporschwingen kann, wovon sie durch ihre Werke Zeugnis ablegt.

35. Wenn die Zeit gekommen ist, werde Ich mein Volk der Menschheit präsentieren, und weder wird sich der Meister seiner Jünger schämen, noch werden die Jünger ihren Meister verleugnen. Dieser Zeitpunkt wird mit dem des Krieges der Weltanschauungen zusammenfallen, aus dem wie ein Hauch von Frieden, wie ein Lichtstrahl der Spiritualismus empordringen wird. (292, 28 - 31)

36. Mein Volk wächst, es mehrt sich, nicht nur auf Erden, sondern auch in der Geistigen Welt. Unter jenen geistigen Scharen sind die, die Blutsbande mit euch verbanden, sei es, daß sie eure Eltern, Geschwister oder Kinder gewesen sind.

37. Wundert euch nicht, wenn Ich euch sage, daß mein Volk so zahlreich ist, daß die Erde nicht genug Raum für es hätte, und daß es noch viel größer sein wird. Wenn Ich es einst vereint habe und nicht eines meiner Kinder mehr fehlt, wird ihm die Unendlichkeit als Heimstatt gegeben werden, jene Sphäre des Lichtes und der Gnade, die kein Ende hat.

38. Hier auf Erden bereite Ich euch nur vor, gebe Ich euch die nötigen Anweisungen durch meine Lehre, damit ihr wißt, wie ihr jenem Leben näherkommt. Diese Menschheit ist nur ein Teil des Volkes Gottes. Es ist notwendig, daß alle diese Erklärungen kennen, damit sie ihr Leben auf das Ideal der Vollkommenheit ausrichten.

39. Diese Göttliche Botschaft, welche mein durch die Lippen des menschlichen Stimmträgers gesprochenes Wort ist, soll nach meinem Willen zu allen Menschen gelangen. Mein Wort ist die Glocke, welche die Welt ruft, seine Essenz wird die Völker in Erregung versetzen und zum Erwachen bringen, um über die Vergeistigung, über die Bestimmung der Seele nach diesem Leben nachzudenken. (100, 35 - 37)

Die 144.000 Erwählten und Gekennzeichneten

40. Um mein Werk in dieser "Dritten Zeit" zu verbreiten, habe Ich unter den großen Scharen 144.000 Geister erwählt und sie mit einem Kuß Göttlichen Lichtes gekennzeichnet - keinem Judaskuß, noch mit dem Siegel eines Bündnisses, das eure Seele in Gefahr bringt. Mein Merkmal ist das Zeichen, das der Heilige Geist in seine Auserwählten legt, damit sie in dieser "Dritten Zeit" eine große Mission erfüllen.

41. Wer dieses Zeichen trägt, ist nicht frei von Gefahren - im Gegenteil, er wird mehr versucht und mehr geprüft als die anderen. Erinnert euch an jeden der zwölf von Mir in der "Zweiten Zeit" Erwählten und ihr werdet bestätigen, was Ich euch gerade sage. Unter ihnen gab es Augenblicke des Zweifels, der Schwachheit, der Verwirrung, und es gab sogar einen, der Mich verriet, indem er Mich meinen Henkern durch einen Kuß auslieferte.

42. Wie sollten die Erwählten dieser Zeit nicht wachen und beten müssen, um nicht der Versuchung zu erliegen! Doch wahrlich, Ich sage euch, dennoch wird es Verräter unter den Hundertvierundvierzigtausend geben.

43. Das Zeichen bedeutet Aufgabe, Auftrag und Verantwortlichkeit gegenüber Gott. Es ist keine Garantie gegen Versuchungen oder Krankheiten; denn wenn es so wäre - welche Verdienste hätten dann meine Auserwählten? Welche Anstrengung würde euer Geist machen, um meinem Worte treu zu bleiben?

44. Ich spreche in dieser Weise zu euch, weil es viele Herzen unter diesem Volk hier gibt, die zu jener Zahl der Erwählten gehören möchten. Aber Ich habe gesehen, daß mehr als das Verlangen, der Menschheit mittels der Gaben zu dienen, die Ich mit dem Zeichen gewähre, der Wunsch maßgebend ist, sich sicher zu fühlen, oder es ist die Eitelkeit, die sie dazu bewegt, Mich zu bitten, daß Ich sie berufe. Diese meine Kinderschüler werde Ich auf die Probe stellen, und sie werden sich dann selbst davon überzeugen, daß mein Wort nicht unbegründet ist.

45. Das Merkmal ist das unsichtbare Zeichen, durch das derjenige seine Aufgabe erfüllen kann, der es mit Liebe, Achtung, Eifer und Demut trägt. Dann wird er feststellen können, daß das Zeichen eine Göttliche Gnade ist, die ihn über dem Schmerz stehen läßt, die ihn in den großen Prüfungen erleuchtet, die ihm tiefe Erkenntnisse offenbart und ihm, wo immer er will, einen Weg öffnet, auf dem die Seele weiter voranschreitet.

46. Das Zeichen ist wie ein Kettenglied, das den, der es besitzt, mit der Geistigen Welt verbindet, es ist das Mittel dafür, daß sich in eurer Welt der Gedanke und das Wort der Geistigen Welt kundgibt, weshalb Ich euch sage, daß ein Gekennzeichneter ein Botschafter von Mir ist, daß er mein Sendbote und mein Werkzeug ist.

47. Groß ist die Aufgabe sowie die Verantwortung des Gekennzeichneten gegenüber meinem Werk. Aber er ist nicht allein auf seinem Wege, an seiner Seite ist immer der Schutzengel, der ihn behütet, ihn führt, ihn inspiriert und ermutigt.

48. Wie stark ist der gewesen, der sich mit Liebe an sein Kreuz zu klammern verstand, und wie hart und bitter ist der Weg für jenen Erwählten gewesen, der sich nicht bereitfand, in der "Dritten Zeit" das Göttliche Zeichen des Auserwählten zu tragen.

49. Ich sage allen, die Mich vernehmen, daß sie lernen sollen, zu wachen und zu beten, ihr Kreuz mit Liebe zu tragen und rechtschaffen und gehorsam zu handeln, damit dieses Leben, das für eure Seele ihre lichtvollste Reinkarnation bedeutet, nicht unfruchtbar wird, und sie später der verlorenen Zeit und den ungenutzten Fähigkeiten nachweinen muß.

50. Denkt alle über diese Unterweisung nach, ob gekennzeichnet oder nicht, denn ihr alle habt in meinem Werk eine Bestimmung zu erfüllen. (306, 3 - 4, 7 - 12)

51. Sehr zahlreich sind die "Stämme Israels nach dem Geist." Aus jedem davon werde Ich zwölftausend erwählen und sie an ihrer Stirne kennzeichnen. Doch das "Volk Israel" beschränkt sich nicht auf 144.000. Das Auserwählte Volk ist unermeßlich groß.

52. Der Meister lehrte euch in der "Zweiten Zeit", daß viele zu den Berufenen gehören und wenige zu den Auserwählten; doch das ganze "Volk Israel" wird berufen, und Ich werde unter ihnen 144000 kennzeichnen. In alle werde Ich Frieden, Geistigkeit und den Beginn der Zwiesprache von Geist zu Geist legen. (312, 7 - 8)

53. Ich bin der Universelle Vater, meine Liebe kommt zu allen Herzen herab. Ich bin zu allen Völkern der Erde gekommen. Doch wenn Ich diese mexikanische Nation dafür erwählt habe, daß sich mein Wort und meine Offenbarungen in ganzer Fülle über sie ergießt, so geschah dies, weil Ich sie demütig gefunden habe, weil Ich in ihren Bewohnern Tugenden entdeckt habe und in sie die Seelen des "Volkes Israel" inkarnieren ließ.

54. Doch nicht alle gehören dieser Nationalität an, nicht alle sind inkarniert. Auf der ganzen Welt sind noch die Seelen verstreut, die zur Zahl der Auserwählten gehören. Sie wurden gekennzeichnet, Ich habe ihre Augen geöffnet, habe ihr Herz empfindsam gemacht, und von Geist zu Geist sprechen sie mit Mir. (341, 25)

55. Unter der Menschheit lebt ein Teil der 144.000 von Mir Gekennzeichneten. Diese meine Diener sind auf der Welt verstreut und erfüllen ihre Aufgabe, für den Frieden zu beten und auf die Brüderlichkeit des Menschen hinzuwirken. Sie kennen einander nicht; aber sie erfüllen ihre Bestimmung - die einen intuitiv, die anderen erleuchtet durch diese Offenbarung - den Weg ihrer Mitmenschen zu erhellen.

56. Diese durch meine Liebe Gekennzeichneten sind zum Teil einfache Menschen; doch es gibt auch solche, die in der Welt angesehen sind. Man kann sie nur an der Geistigkeit in ihrem Leben erkennen, an ihren Werken, an ihrer Art zu denken und die Göttlichen Offenbarungen zu verstehen. Sie sind nicht abgöttisch, frömmlerisch, noch frivol. Es hat den Anschein, als ob sie keine Religion ausüben, und dennoch besteht ein innerer Gottesdienst zwischen ihrem Geist und dem ihres Herrn.

57. Die mit dem Licht der Heiligen Geistes Gekennzeichneten sind wie Rettungsboote, sie sind Wächter, sind Ratgeber und Bollwerke. Ich habe sie mit Licht in ihrem Geiste versehen, mit Frieden, mit Kraft, mit Heilbalsam, mit Schlüsseln, die heimlich die widerstrebendsten Türen öffnen, mit »Waffen«, um Hindernisse zu überwinden, die für andere unüberwindlich sind. Es ist nicht nötig, daß sie weltliche Titel vorweisen, damit man ihre Fähigkeiten erkennt. Sie kennen keine Wissenschaften und sind doch »Ärzte«; sie kennen die Gesetze nicht und sind doch Berater; sie sind arm an irdischen Gütern und können dennoch viel Gutes auf ihrem Lebenswege tun.

58. Unter diesen Menschenscharen hier, die gekommen sind, mein Wort zu empfangen, sind viele nur zur Bestätigung ihres Auftrages herbeigekommen. Denn es ist nicht auf der Erde gewesen, wo ihnen die Geistesgaben verliehen wurden oder ihnen der Auftrag erteilt wurde. Wahrlich, Ich sage euch, das Licht, das jede Seele besitzt, ist dasjenige, das sie sich auf ihrem langen Entwicklungsweg erarbeitet hat. (111, 18 - 21)

59. Die Menschheit wird gläubig werden, mein Werk wird sich über den Erdkreis verbreiten. Beginnen werde Ich mit den 144.000 Gekennzeichneten die in der Zeit der Glaubens- und Weltanschauungsstreitigkeiten gehorsam, mit Liebe und Hingabe kämpfen werden. Inmitten dieser Schlacht werden sie wie ein Kettenglied sein, das der Welt nicht eine Kette der Knechtschaft, sondern eines geistigen Bündnisses, das von Freiheit und Brüderlichkeit geprägt ist, anbietet. Diese Soldaten werden nicht allein sein, meine Geistige Welt wird sie begleiten und beschützen. Sie werden Wunder auf ihrem Wege vollbringen und so von meiner Wahrheit Zeugnis ablegen. (137,9)


 

Kapitel 40 – Die Kräfte des Guten und des Bösen

Der Ursprung von Gut und Böse

1. Als der Vater euch erschuf, stellte er euch auf die erste Stufe der Himmelsleiter, damit ihr Gelegenheit hättet, euren Schöpfer wahrhaft kennenzulernen und zu verstehen, während ihr diesen Weg zurücklegt. Aber wie wenige begannen den aufwärtsführenden Entwicklungsweg beim Verlassen der ersten Sprosse! Die meisten schlossen sich in ihrem Ungehorsam und ihrer Widerspenstigkeit zusammen, machten schlechten Gebrauch von der Gabe der Freiheit und hörten nicht auf die Stimme des Gewissens; sie ließen sich von der Materie beherrschen und schufen so durch ihre Ausstrahlungen eine Macht – die des Bösen– und gruben einen Abgrund, in den sie durch ihren Einfluss ihre Geschwister mit hineinreissen mussten, welche einen blutigen Kampf zwischen ihren Schwächen und Verderbtheiten und ihrem Verlangen nach Erhöhung und Reinheit begannen. (35, 38)

2. Die Ursünde stammt nicht aus der Vereinigung von Mann und Frau. Ich, der Schöpfer, ordnete diese Vereinigung an, als Ich beiden sagte: "Wachset und mehret euch". Dies war das erste Gesetz. Die Sünde lag im Missbrauch, den die Menschen von der Gabe der Willensfreiheit gemacht haben. (99, 62)

3. Das »Fleisch« fürchtet den Kampf mit dem Geist und sucht einen Weg, ihn durch die Vergnügungen der Welt in Versuchung zu führen, um seine Freiheit zu verhindern oder ihn wenigstens zu verzögern. Seht, wie der Mensch seinen eigenen Versucher in sich hat! Deshalb habe Ich gesagt, dass wenn er sich selbst besiegt, er die Schlacht gewonnen hat. (97, 37)

4. In dieser Zeit, in der selbst die Luft, das Erdreich und das Wasser durch die Übeltaten der Menschen vergiftet sind – wie wenige sind derer, die sich nicht vom Bösen oder von der Finsternis anstecken lassen! (144, 44)

5. Die Klage der Menschheit gelangt zu Mir; die Angst der Kinder, der Jugendlichen, der Männer und Frauen im reifen Alter und der Alten steigt empor. Es ist der Ruf, der Gerechtigkeit fordert, ist eine flehentliche Bitte um Frieden, um Barmherzigkeit, die vom Geiste ausgeht. Denn die Saat der Liebe auf dieser Welt ist verdorben, und wisst ihr, wo die Liebe jetzt ist? Im Innersten des menschlichen Herzens, so tief innen, dass der Mensch sie nicht zu entdecken vermag, weil der Hass, das Machtstreben, die Wissenschaft und die Eitelkeit die Saat erdrückt haben und es weder Geistigkeit noch Barmherzigkeit gibt. Der Leidenskelch wird immer voller, und die Welt trinkt ihn bis zu den Hefen. (218, 12)

6. Von Altar zu Altar, von Ritus zu Ritus und von Sekte zu Sekte ziehen die Menschen im Verlangen nach dem Brot des Lebens, ohne es zu finden, und aus Enttäuschung werden sie Gotteslästerer, schlagen Wege ohne Ziel ein und leben ohne Gott und ohne Gesetz.

7. Doch bedenke, Volk, dass unter ihnen die großen Geister sind, dass Ich unter ihnen die Propheten und Jünger des Heiligen Geistes entdecke! (217, 49)

8. In den Konfessionen anerkennen die Menschen die Macht des Bösen und haben es in einer menschlichen Gestalt personifiziert. Sie erkennen ihm ein mächtiges Reich zu und haben ihm verschiedene Namen gegeben. Die Menschen haben Furcht, wenn sie ihn nahe glauben, ohne zu verstehen, dass die Versuchung in den Leidenschaften, in den Schwächen begründet ist, dass sich im Innern des Menschen sowohl das Gute, als auch das Böse regt.

9. Das Böse überwiegt in dieser Zeit auf der Welt und hat eine Kraft, eine Macht geschaffen, die sich in allem bekundet. Und im Geistigen gibt es Legionen von unvollkommenen, verwirrten, dem Bösen und der Rache zugeneigten Seelen, deren Kraft sich mit der menschlichen Bosheit vereint, um das Reich des Bösen zu bilden.

10. Jene Macht widersetzte sich Jesus in der "Zweiten Zeit" und zeigte ihm ihr Reich. Mein für alles empfindsames »Fleisch« wurde versucht, aber meine geistige Stärke besiegte die Versuchung; denn Ich musste der Überwinder der Welt, des »Fleisches«, der Versuchung und des Todes sein, weil Ich der Meister war, der zu den Menschen herabkam, um ein Beispiel von Stärke zu geben. (182, 42 – 43)

11. An dem Frieden, den ihr in eurer Seele fühlt, könnt ihr meine Gegenwart erkennen. Niemand außer Mir kann euch den wahren Frieden geben. Ein Geistwesen aus der Finsternis könnte ihn euch nicht schenken. Ich sage euch dies, weil viele Herzen die Fallstricke eines verführerischen Wesens fürchten, dem die Menschen ihrer Vorstellungskraft gemäß Leben und Gestalt gegeben haben.

12. Wie falsch hat man die Existenz des Fürsten der Finsternis gedeutet! Wie viele haben schließlich mehr an seine Macht als an die meine geglaubt, und wie weit von der Wahrheit entfernt sind die Menschen dabei gewesen!

13. Das Böse existiert, aus ihm sind alle Laster und Sünden hervorgegangen, das heißt: Jene, die Böses tun, haben immer existiert, sowohl auf der Erde als auch in anderen Heimstätten oder Welten. Aber warum personifiziert ihr alles existierende Böse in einem einzigen Wesen, und warum stellt ihr es der Gottheit gegenüber? Ich frage euch: Was ist vor meiner absoluten und unendlichen Macht ein unreines Wesen, und was bedeutet schon eure Sünde angesichts meiner Vollkommenheit?

14. Die Sünde ist nicht auf der Welt entstanden. Als die Geister aus Gott hervorgegangen waren, verblieben die einen im Guten, während die anderen, die von diesem Wege abirrten, einen andersartigen schufen, den des Bösen.

15. Die Worte und die Gleichnisse, die euch in früheren Zeiten in Sinnbildern als eine Offenbarung gegeben wurden, sind von der Menschheit irrtümlich ausgelegt worden. Das intuitive Wissen, das die Menschen vom Übernatürlichen hatten, wurde von ihrer Einbildungskraft beeinflusst, und so bildeten sie nach und nach um die Macht des Bösen Wissenschaften, Kulte, abergläubische Vorstellungen und Mythen, die bis in eure Tage fortbestehen.

16. Aus Gott können keine Teufel hervorgehen; diese habt ihr mit eurem Verstand ersonnen. Die Vorstellung, die ihr von jenem Wesen habt, das ihr Mir ständig als Gegner entgegenstellt, ist falsch.

17. Ich habe euch gelehrt, zu wachen und zu beten, damit ihr euch von Versuchungen und schlechten Einflüssen befreit, die sowohl von Menschenwesen als auch von Geistwesen stammen können.

18. Ich habe euch gesagt, dass ihr den Geist dem »Fleische« überordnen sollt, weil dieses ein schwaches Geschöpf ist, das beständig in Gefahr ist, zu Fall zu kommen, wenn ihr nicht über es wacht. Das Herz, der Verstand und die Sinne sind offene Türen, wodurch die Leidenschaften der Welt die Seele geißeln.

19. Wenn ihr euch vorgestellt habt, dass die Wesen der Finsternis wie Ungeheuer sind, so sehe Ich sie nur als unvollkommene Geschöpfe, denen Ich Meine Hand entgegenstrecke, um sie zu retten, denn auch sie sind meine Kinder. (114, 54 – 62)

20. Immer, wenn ihr etwas Gutes tut, sagt ihr: "Ich bin edelmütig, ich bin großzügig, ich bin wohltätig; deshalb tue ich dies". Ich sage euch: Wenn ihr jene Werke im Namen eures Herrn tun würdet, wäret ihr demütig, weil die Güte von Gott stammt und Ich sie eurer Seele gegeben habe.

21. Wer also seinem menschlichen Herzen seine guten Werke zuschreibt, verleugnet seinen Geist und Den, der ihn mit diesen Tugenden versah.

22. Wenn ihr dagegen etwas Böses tut, wascht ihr euch die Hände wie Pilatus, und jene Tat schiebt ihr auf den Vater, indem ihr sagt: "Es war der Wille Gottes, es stand geschrieben; Gott wollte es, es ist Schicksal".

23. Ihr sagt, dass nichts ohne den Willen Gottes geschieht, um euch von euren Fehlern freizusprechen. Doch wahrlich, Ich sage euch, ihr irrt euch, denn eure Fehler, eure Erbärmlichkeiten geschehen ohne Gottes Willen.

24. Erkennt, dass der Allmächtige euch niemals mit Gewalt, durch seine Macht nötigt. Dies tut ihr mit euren schwächeren Geschwistern.

25. Wahrlich, Ich sage euch, das Böse, die Unlauterkeit, der Mangel an Harmonie sind euch eigen; die Liebe, die Geduld, der Seelenfrieden kommen von Gott.

26. Wann immer ihr liebt, ist es der Schöpfer eurer Seele, der euch inspiriert. Wenn ihr dagegen hasst, seid ihr es, ist es eure Schwachheit, die euch antreibt und euch zugrunde richtet. Immer, wenn etwas Böses in eurem Leben geschieht, könnt ihr sicher sein, dass es euer Werk ist.

27. Doch dann fragt ihr euch: Warum lässt Gott dies zu? Leidet Er etwa nicht durch unsere Sünden? Weint Er nicht auch, wenn Er uns weinen sieht? Was würde es Ihn schon kosten, uns diese Stürze zu ersparen?

28. Ich sage euch: Solange ihr nicht liebt, wird Gott für euch etwas sein, das ihr nicht begreifen könnt, weil die Großmütigkeit eures Schöpfers jenseits eures Verständnisses liegt.

29. Werdet stark, groß, weise, lernt zu lieben. Wenn ihr liebt, werdet ihr nicht mehr den kindlichen Wunsch haben, Gott ergründen zu wollen, denn dann werdet ihr Ihn schauen und Ihn fühlen, und dies wird euch genügen. (248, 29 – 32)

Hochmut und Demut

30. Macht aus der Demut einen eurer besten Verbündeten, um den geistigen Aufstieg zu erreichen. Denn die Pforten des Himmelreiches, welches das Reich des Geistes ist, sind für den Hochmütigen völlig verschlossen. Er hat sie nie durchschritten, noch wird ihm dies je gelingen. Aber wenn er demütig wird, werde Ich der Erste sein, der ihn lobt, und es wird meine Barmherzigkeit sein, die ihm die Tür zur Ewigkeit öffnet. (89, 45)

31. Nun folgt eine weitere meiner Unterweisungen, Jünger: Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr euch stark, groß oder überlegen fühlt, entfernt ihr euch von Mir, weil euer Hochmut das Gefühl der Demut erwürgt. Doch wenn ihr euch klein fühlt, wenn ihr erkennt, dass ihr wie Atome inmitten meiner Schöpfung seid, dann nähert ihr euch Mir; denn aufgrund eurer Demut bewundert ihr Mich, liebt ihr Mich und fühlt Mich euch nahe. Dann denkt ihr an all das Große und Unerforschliche, das Gott in sich birgt und das ihr gerne wissen und erfahren würdet. Es kommt euch so vor, als ob ihr das Echo göttlichen Flüsterns in eurer Seele vernehmen würdet. (248, 22)

32. Jünger: Wenn der Mensch eine wahre Kenntnis der Werke besitzt, die er getan hat, lässt er sich nicht durch Eitelkeit blenden. Er weiß, dass – falls dies unedle Gefühl in sein Wesen eindringt – sich seine Intelligenz trüben würde und er auf dem Entwicklungswege nicht mehr vorankommen könnte, er stehenbleiben und in Lethargie versinken würde.

33. Die Eitelkeit hat viele Menschen zugrundegerichtet, hat viele blühende Völker zerstört und eure Kulturen zu Fall gebracht.

34. Solange die Völker Tatkraft, Tüchtigkeit und Fortschritt als Ideale hatten, erlebten sie Überfluss, Glanz und Wohlstand. Doch als der Hochmut sie sich überlegen fühlen ließ, als ihr Ideal der Aufwärtsentwicklung durch den unstillbaren Ehrgeiz ersetzt wurde, alles für sich haben zu wollen, begannen sie Schritt für Schritt, ohne dass sie es merkten und ohne es zu wollen, alles zu zerstören, was sie aufgebaut hatten, und stürzten sich schließlich in den Abgrund.

35. Die Geschichte der Menschheit ist voll von solchen Erfahrungen. Daher sage Ich euch, dass es recht ist, wenn auf der Welt ein »Volk« mit großen Idealen entsteht, das – obschon sich immer seiner guten Werke bewusst – sich nichts darauf einbildet. Auf diese Weise wird sein Lauf nicht aufgehalten werden, und der bisher erreichte Glanz wird morgen noch übertroffen und später erneut vermehrt werden.

36. Wenn Ich so zu euch spreche, suche Ich euch nicht nur materielle Ziele zu inspirieren: Ich will, dass meine Worte richtig gedeutet werden, damit ihr sie auf das Geistige ebenso wie auf das Materielle anzuwenden versteht.

37. Die Eitelkeit kann den Menschen nicht nur in seinem materiellen Leben befallen, und als Beweis für das, was Ich euch sage, betrachtet die Stürze und Fehlschläge der großen Konfessionen, die in ihren Fundamenten von der Eitelkeit, dem Hochmut, ihrer falschen Pracht angenagt sind. Wann immer sie geglaubt haben, auf dem Höhepunkt ihrer Macht zu sein, ist jemand gekommen und hat sie aus ihren Träumen wachgerüttelt, hat ihnen ihre Irrtümer, ihre Abwege, ihre Abweichung vom Gesetz und von der Wahrheit vor Augen geführt.

38. Nur durch die wirkliche Erkenntnis und Erfüllung meines Gesetzes im Angesichte des Gewissens wird diese Menschheit zu einem hochstehenden Leben aufsteigen können; denn das Gewissen, welches mein Licht ist, ist vollkommen, ist ungetrübt, ist gerecht, niemals wird es eitel oder geht krumme Wege. (295, 18 – 24)

Das Gute, der Mensch guten Willens

39. Lernt Mich alle kennen, damit Mich niemand leugnet – erkennt Mich, damit eure Vorstellung von Gott auf Wahrheit beruht und ihr wisst, dass dort, wo sich das Gute zeigt, Ich bin.

40. Das Gute vermischt sich mit nichts. Das Gute ist Wahrheit, ist Liebe, ist Barmherzigkeit, ist Verständnis. Das Gute ist klar erkennbar und unverwechselbar. Erkennt es, damit ihr euch nicht irrt.

41. Jeder Mensch kann einen anderen Weg gehen; aber wenn sie alle an einem Punkt zusammentreffen, welcher das Gute ist, werden sie sich schließlich erkennen und vereinigen.

42. Nicht so, wenn sie sich hartnäckig selbst betrügen, indem sie dem Guten den Anschein des Bösen geben und das Böse als Gutes markieren, wie es bei den Menschen dieser Zeit geschieht. (329, 45 – 47)

43. Seit nahezu 2000 Jahren wiederholt ihr jenen Satz, welchen die Hirten von Betlehem hörten: "Friede auf Erden den Menschen guten Willens"; doch, wann habt ihr den guten Willen in die Tat umgesetzt, um ein Anrecht auf den Frieden zu erwerben? Wahrlich, Ich sage euch, ihr habt eher das Gegenteil getan.

44. Ihr habt das Recht verloren, diesen Satz zu wiederholen; darum komme Ich heute mit neuen Worten und Unterweisungen, damit es nicht Sätze und Redewendungen sind, die sich eurem Verstande einprägen, sondern der Sinngehalt meiner Lehre, welcher in euer Herz und euren Geist eindringen soll.

45. Wenn ihr meine Worte so wiederholen wollt, wie Ich sie euch gebe, so tut es; doch wisset: solange ihr sie nicht empfindet, werden sie keinerlei Wirkungskraft haben. Sprecht sie mit innigem Empfinden und mit Demut aus, fühlt sie in eurem Herzen nachschwingen, dann werde Ich euch in einer solchen Weise antworten, dass Ich euer ganzes Wesen erbeben lassen werde. (24, 33 – 34)

46. Ich sage euch noch einmal: Friede den Menschen guten Willens, die die Wahrheit lieben, denn sie tun etwas, um sich dem Göttlichen Willen zu beugen. Und die sich unter meinen Schutz stellen, müssen meine Gegenwart zwangsläufig fühlen – sowohl in ihrem Geiste, als auch in ihrem menschlichen Leben, in ihren Kämpfen, in ihren Bedürfnissen, in ihren Prüfungen.

47. Die Menschen guten Willens sind Kinder, die dem Gesetz ihres Vaters gehorchen. Sie gehen auf dem rechten Weg, und wenn sie stark leiden, erheben sie ihre Seele zu Mir im Verlangen nach Vergebung und Frieden.

48. Sie wissen, dass der Schmerz oftmals notwendig ist, und deshalb ertragen sie ihn mit Geduld. Nur wenn er unerträglich wird, bitten sie, dass ihnen die Last ihres Kreuzes erleichtert wird. "Herr" sagen sie Mir, "ich weiß, dass meine Seele der Läuterung, des Leidens bedarf, um sich aufwärts zu entwickeln. Du weißt besser als ich, was mir nottut. Du kannst mir nichts geben, was ich nicht nötig habe. Dein Wille geschehe daher an mir."

49. Gesegnet seien, die so denken und beten, denn sie suchen das Vorbild ihres Meisters, um es auf die Prüfungen ihres Lebens anzuwenden. (258, 52 – 53)

Das Böse, der dem Bösen verfallene Mensch

50. In dieser Zeit ist der Einfluss des Bösen größer als der des Guten. Deswegen ist die Kraft, die in der Menschheit vorherrscht, die des Bösen, aus welcher die Selbstsucht, die Lüge, die Unzucht, der Hochmut, die Schadenfreude, die Zerstörung und alle niederen Leidenschaften hervorgehen. Diesem gestörten moralischen Gleichgewicht entspringen die Krankheiten, die den Menschen quälen.

51. Die Menschen haben keine Waffen, um gegen diese Kräfte zu kämpfen. Sie sind besiegt und als Gefangene in den Abgrund eines Lebens ohne geistiges Licht gebracht worden, ohne gesunde Freude, ohne Streben nach dem Guten.

52. Gerade jetzt, wo der Mensch glaubt, auf dem Gipfel des Wissens zu stehen, weiß er nicht, dass er im Abgrund ist.

53. Ich, der Ich euren Anfang und eure Zukunft in der Ewigkeit kenne, gab den Menschen von den ersten Zeiten an Waffen, mit denen sie gegen die Kräfte des Bösen kämpfen konnten. Aber sie verachteten sie und zogen den Kampf des Bösen gegen das Böse vor, in welchem niemand siegt, weil alle besiegt daraus hervorgehen werden.

54. Es steht geschrieben, dass das Böse nicht die Vorherrschaft behalten wird, was bedeutet, dass es am Ende der Zeiten das Gute sein wird, das triumphiert.

55. Wenn ihr Mich fragt, welches die Waffen waren, mit denen Ich die Menschen ausrüstete, um gegen die Kräfte oder Einflüsse des Bösen zu kämpfen, so sage Ich euch, dass es das Gebet, die Beharrlichkeit im Gesetz, der Glaube an mein Wort und die Liebe untereinander waren. (40, 65 - 70)

56. Das Böse ist angewachsen unter den Menschen, mein Volk. Die Güte, die Tugend, die Liebe sind schwach gewesen gegenüber der Invasion des Bösen, der Krankheiten, der Plagen, der Seuchen und Unglücke. All das, was Saat der Verdorbenen ist, hat das Herz der Guten angesteckt, hat manche straucheln lassen, hat die Zahl der Treuen dezimiert, weil das Böse große Gewalt über die Menschheit ausgeübt hat.

57. Ich habe zugelassen, dass solches geschieht, um der euch gewährten Willensfreiheit willen. Denn hinter all der Verdorbenheit, all der Finsternis und der Verblendung der Menschen gibt es ein Göttliches Licht, den Geist, der nicht vergeht und niemals vergehen wird. Es gibt eine ursprüngliche Wesenheit, welche die LichtSeele ist, die den Kuss, den der Vater ihr gab und welcher das Göttliche Siegel ist, mit dem Ich alle meine Kinder auf den Weg des Kampfes ausgesandt habe, unbefleckt bewahrt. Durch dieses Merkmal wird keine dieser Seelen verlorengehen. (345, 11 –12)

Der Kampf zwischen Gut und Böse

58. Ihr wart auch verwundert angesichts der Gewalt, welche Männer und Frauen in ihrer Bösartigkeit während aller Epochen eures menschlichen Daseins offenbart haben. Das Buch eurerGeschichtsschreibung hat ihre Namen zusammengetragen. Im Erinnerungsbuch eures Daseins, in dem Buch, in welchem Gott alle eure Taten, all eure Werke aufschreibt und festhält, sind ihre Namen gleichfalls enthalten, und ihr habt euch darüber gewundert, dass eine Seele, ein menschliches Herz soviel Kraft für das Böse bergen, soviel Mut aufrecht erhalten kann, um nicht vor seinen eigenen Werken zu erschauern; dass er die Stimme seines Gewissens zum Schweigen bringen kann, um nicht die Rechenschaftsforderung Gottes zu vernehmen, die Er durch dasselbe von all seinen Kindern verlangt. Und wie oft ist der Lebensweg jener Seelen auf diesem Planeten weit und langewährend gewesen.

59. Diese Menschen, die sich aufgrund der Willensfreiheit meiner Liebe und meiner Gerechtigkeit widersetzt haben, habe Ich verwendet und Mich gerade ihres Ungehorsams bedient, um sie zu meinen Dienern zu machen. In der Meinung, frei zu handeln, waren alle ihre Gedanken, Worte und Taten ein Werkzeug meiner Gerechtigkeit – sowohl in Bezug auf sich selbst, als auch auf die anderen.

60. Doch wann wird jene Herrschaft enden? – Der Vater sagt euch: Die Herrschaft des Bösen hat die Menschheit niemals (völlig) beherrscht, denn selbst in den Zeiten größter Verderbtheit gab es Mir getreue Menschen, die meiner Unterweisung gehorsam waren, und Apostel meines Gesetzes. Aber der Kampf hat von Anfang an immer existiert.

61. Welche jener beiden Kräfte ist bisher im Kampfe überlegen gewesen? Die des Bösen! Daher musste Ich Mich unter euch körperlich hörbar machen, um euch beizustehen, um eure Hoffnung und euren Glauben an Mich neu zu beleben, um euren Herzen Wärme zu geben und euch zu sagen: Ihr seid nicht allein auf dem Wege, Ich habe euch niemals belogen. Ihr dürft die Prinzipien, die Ich in euch gelegt habe, niemals abändern. Dies ist der Weg des Guten und der Liebe. (345, 48 – 49)

62. Seht, wie mein Licht die Nebel eurer Welt zerreisst. Ich kämpfe zwar gegen Menschen, aber nur, um alles Böse auszutilgen, das in ihren Herzen lebt. Ich werde das Licht und die Kraft meiner Liebe in jene legen, die Mir getreulich folgen, und diese werden dann sagen: "Lasst uns den Drachen suchen, der uns auflauert- das Untier, das uns dazu bringt, zu sündigen und den Herrn zu beleidigen". Sie werden es auf den Meeren, in der Wüste, auf den Bergen und in den Wäldern, im Unsichtbaren suchen und es nicht finden, weil es im Herzen des Menschen lebt. Nur dieses hat es gezeugt, und dort ist es gewachsen, bis es die Erde beherrscht hat.

63. Wenn das Blinken meines Lichtschwertes das Herz jedes Menschen verletzt, wird die Gewalt, die vom Bösen ausgeht, immer schwächer werden, bis sie vergeht. Dann werdet ihr sagen: "Herr, mit der göttlichen Kraft Deiner Barmherzigkeit habe ich den Drachen besiegt, von dem ich glaubte, dass er vom Unsichtbaren aus auflauert, ohne daran zu denken, dass ich ihn im eigenen Herzen trug."

64. Wenn einmal in allen Menschen die Weisheit erstrahlt – wer wird es dann noch wagen, Gutes in Böses zu verfälschen? Wer wird dann noch das Ewige für das Vergängliche hingeben? Wahrlich, Ich sage euch: niemand; denn ihr alle werdet stark sein in der göttlichen Weisheit. Die Sünde ist nur Folge von Unwissenheit und Schwäche. (160, 51 – 54)

Versuchungen und Verführungen

65. Vielerlei »Bäume« pflegt die Menschheit; der Hunger und das Elend der Menschen lässt sie bei ihnen Schatten und Früchte suchen, die ihnen Heil, Gerechtigkeit oder Frieden anbieten. Diese Bäume sind Lehren von Menschen, die oftmals von Hass, Selbstsucht, Machtstreben und Größenwahn inspiriert sind. Ihre Früchte sind Tod, Blut, Zerstörung und Schändungen des Heiligsten im Leben des Menschen, welches die Freiheit des Glaubens, Denkens, Sprechens ist – mit einem Wort: der Raub seiner Geistesfreiheit. Es sind die finsteren Mächte, die sich erheben, um gegen das Licht anzukämpfen. (113, 52 – 53)

66. Ich habe dir gesagt, geliebtes Israel, dass die Zeit kommen wird, in der sich schlechte Sprachrohre erheben werden, um einem falschen Jesus Zugang zu gewähren, und in ihrem materiellen Streben werden sie betrügen und sagen, dass durch sie der Meister spricht. Es werden falsche »Führer« und falsche »Propheten«, falsche »Soldaten« aufstehen, die euch mit ihrem Wort und materiellem Bestreben vom Weg des Lichtes und der Wahrheit abbringen wollen. (346, 38)

67. Betet, erkennt, dass jetzt die Zeit ist, in der meine Gerechtigkeit und mein Licht alle dunklen Mächte aufgewühlt hat. Es ist dies eine schwierige und gefahrvolle Zeit, denn selbst die Wesen, die in der Finsternis hausen, werden sich unter euch als Lichtwesen ausgeben, um euch zu verführen, um euch zu verwirren. Ich gebe euch mein Licht, damit ihr nicht vom Wege abirrt, noch euch von jenen täuschen lasst, die meinen Namen missbrauchen.

68. Die Verführer sind nicht nur unsichtbare Wesen, ihr findet sie auch in Menschen inkarniert, die zu euch von Lehren sprechen, die Licht vortäuschen, die aber im Widerspruch zu meinen Lehren stehen. Diesen sollt ihr kein Gehör schenken. (132, 7 – 8)

69. Mein Reich ist stark und mächtig, und wenn Ich zugelassen habe, dass sich vor meiner Kraft und meiner Macht eine andere Macht erhebt – die des Bösen– so deshalb, um die meine zu beweisen; damit ihr angesichts des Betruges, der Finsternis, die Kraft meines Lichtes und meiner Wahrheit erlebt und schaut. Es geschieht, damit ihr erkennt, dass jenes Reich der dunklen Schatten der Wirrnisse und Versuchungen, obschon es große Macht hat, mein Werkzeug ist, und Ich Mich in Wirklichkeit seiner bediene.

70. Wenn Ich euch prüfe, geschieht dies nicht, um euch auf eurem Entwicklungswege aufzuhalten, denn Ich erwarte eure Ankunft in meinem Reich. Aber Ich will, dass ihr nach den Schlachten siegreich zu Mir kommt, nach dem Kampfe stark seid, voll Licht der geistigen Erfahrung nach der langen Pilgerschaft, voller Verdienste im Geiste, damit ihr euer Angesicht demütig erheben und den Vater schauen könnt in dem Augenblick, da Er sich naht, um euch seinen Göttlichen Kuss zu geben – ein Kuss, der alles Glück und alle Vollkommenheiten für euren Geist enthält. (327, 8 - 9)

Moralische Verbrechen

71. Menschen, Menschen, die ihr euch alle aneinander stoßt! Ich habe euch angetroffen, wie ihr eure Bosheit leugnet und euch mit dem brüstet, was ihr für Größe haltet, während ihr eure Schandflecken verbergt. Doch Ich sage euch, dass der Mensch, der sich für lobenswert hält in seiner scheinbaren Größe, ein seelisch Armer ist. Und denen, die aus Mangel an Tugenden über die Fehler der anderen lästern und fremde Verfehlungen richten, muss Ich sagen, dass sie Heuchler sind und der Gerechtigkeit und Wahrheit sehr ferne sind.

72. Nicht nur jene morden, die das Leben des Körpers nehmen, sondern auch die, die das Herz durch Verleumdungen zerreissen. Jene, die die Gefühle des Herzens, den Glauben, das Ideal töten, sind Mörder der Seele. Und wie viele von ihnen leben frei, ohne Gefängnis und ohne Ketten.

73. Wundert euch nicht, dass Ich so zu euch spreche, denn Ich sehe unter euch zerstörte Heime, weil ihr, eure Pflichten missachtend, außerhalb von ihnen neue Verpflichtungen eingegangen seid, ohne euch um den Schmerz und die Verlassenheit eurer Angehörigen zu kümmern. Seht euch um, wieviel zerstörte Heime gibt es, wieviele Frauen im Laster, und wieviele Kinder ohne Vater. Wie könnten in jenen Herzen die Zärtlichkeit und Liebe existieren? Meint ihr nicht, dass derjenige, der das Glück jener Menschen abgetötet und das zerstört hat, was heilig war, ein Verbrecher ist?

74. Ihr habt euch derart an das Böse gewöhnt, dass ihr selbst die Menschen, die jene neuen Todeswaffen erfinden, groß nennt, weil sie in einem Augenblick Millionen Menschenleben vernichten können. Und ihr nennt sie sogar Gelehrte. Wo bleibt da eure Vernunft? Groß kann man nur durch den Geist sein, und gelehrt nur der, der auf dem Weg der Wahrheit wandelt. (235, 36 - 39)

Ohnmacht und Vergänglichkeit des Bösen

75. Groß, sehr groß ist in euren Augen die menschliche Verderbtheit, furchtbar erscheint euch die Macht und die Kraft des Bösen, welche die Menschen ausüben; und dennoch sage Ich euch, dass sie schwach ist gegenüber der Kraft meiner Gerechtigkeit, gegenüber meiner Göttlichkeit, welche Herr des Schicksals, des Lebens, des Todes und der ganzen Schöpfung ist. (54, 70)

76. Nur ein Wesen, das allmächtig wäre wie Ich, könnte mit Mir kämpfen. Doch glaubt ihr, dass wenn eine Gottheit aus Mir hervorginge, sie gegen Mich wäre? Oder glaubt ihr etwa, dass sie aus dem Nichts entstehen kann? Aus dem Nichts kann nichts hervorgehen.

77. Ich bin Alles und bin niemals geboren. Ich bin der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega alles Geschaffenen.

78. Könnt ihr euch vorstellen, dass eines der von Mir geschaffenen Wesen sich zu Gott emporrecken könnte? Alle Geschöpfe haben Grenzen, und um Gott zu sein, ist es notwendig, keine Grenzen zu haben. Wer jene Träume von Macht und Größe gehegt hat, ist in die Finsternis seines eigenen Hochmuts gefallen. (73, 34 - 35)

79. Wahrlich, ich sage euch, es gibt keine Macht, die ihr meiner Liebe entgegenstellen könnt. Die Feinde erweisen sich als armselig, die gegnerischen Kräfte sind schwach, die Waffen, die gegen die Wahrheit und die Gerechtigkeit zu kämpfen versuchten, sind immer zerbrechlich gewesen.

80. Der Kampf, den die Kräfte des Bösen gegen die Göttliche Gerechtigkeit geführt haben, ist euch als ein endloser Konflikt erschienen. Und dennoch – angesichts der Ewigkeit wird er wie ein Augenblick sein, und die begangenen Verfehlungen während der Zeit der Unvollkommenheit eurer Seele werden wie ein kleiner Fleck sein, den eure Tugend und meine liebevolle Gerechtigkeit für immer auslöschen werden. (179, 12 - 13)

Die Kraft der Vergebung

81. Ihr Menschen alle, Ich frage euch und betrachte dabei dies Volk hier als eure Stellvertreter: Wann werdet ihr euch innerlich erheben, euch untereinander lieben und euch gegenseitig eure Beleidigungen vergeben? Wann wird endlich Friede auf eurem Planeten sein?

82. Die Vergebung, die der Liebe entspringt, lehrt allein meine Lehre, und sie besitzt eine machtvolle Kraft, um das Böse in Gutes zu verwandeln, den Sünder zu einem tugendhaften Menschen zu bekehren und umzuwandeln.

83. Lernt zu vergeben, und ihr werdet auf eurer Welt den Beginn des Friedens haben. Wenn es tausendmal nötig wäre, zu vergeben, sollt ihr es tausendmal tun. Seid ihr euch nicht bewusst, dass eine Versöhnung zur rechten Zeit euch erspart, einen Leidenskelch zu trinken? (238, 12 -14)

84. Solange ihr Menschen seid, erinnert euch an Mich an jenem Kreuz, wie Ich meinen Henkern vergab, sie segnete und heilte, damit ihr während eures ganzen schweren Lebensweges gleichfalls jene segnet, die euch Unrecht tun, und ihr denen alles nur mögliche Gute tut, die euch Böses angetan haben. Wer so handelt, ist mein Jünger, und wahrlich, Ich sage ihm, dass sein Schmerz immer nur kurz sein wird, denn Ich werde ihn in den Augenblicken seiner Prüfung meine Kraft fühlen lassen. (263, 56)

85. Vergebt einander, und ihr werdet dabei Erleichterung für euch selbst und für den finden, der euch Unrecht getan hat. Tragt nicht die Last des Hasses oder des Grolls in eurer Seele; seid reinen Herzens, und ihr habt das Geheimnis des Friedens entdeckt und werdet als Apostel meiner Wahrheit leben. (243,63)


 

Kapitel 41 - Die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits

Inspiration und Beistand durch die Geistige Welt

1. Ihr alle bewegt euch auf der Stufenleiter geistiger Vervollkommnung; einige haben die Entwicklung erreicht, die ihr derzeit noch nicht fassen könnt, andere kommen nach euch.

2. Die großen GeistSeelen, groß durch ihren Kampf, durch ihre Liebe, durch ihre Anstrengung, suchen die Harmonie mit ihren kleinen Geschwistern, mit den fernstehenden, den nachlässigen; ihre Aufgaben sind edel und hoch, ihre Liebe zu meiner Göttlichkeit und zu euch ist ebenfalls sehr groß.

3. Diese Seelen wissen, dass sie für die Tätigkeit, für die Höherentwicklung geschaffen wurden; sie wissen, dass es für die Kinder Gottes keine Untätigkeit gibt. In der Schöpfung ist alles Leben, Bewegung, Gleichgewicht, Harmonie; und daher arbeiten diese unzähligen Wesen, strengen sich an und freuen sich in ihrem Kampf, in der Erkenntnis, dass sie auf diese Weise ihren Herrn verherrlichen und dem Fortschritt und der Vervollkommnung ihrer Nächsten dienen.

4. Heute, da ihr euch abseits des Weges befindet, den euch mein Gesetz kennzeichnet, kennt ihr nicht den Einfluss, den diese eure Geschwister auf euch ausüben; doch wenn ihr die Empfindsamkeit besitzt, um jene Ausstrahlungen, Eingebungen und Botschaften, die sie euch senden, wahrzunehmen, werdet ihr eine Ahnung von der Unzahl von Beschäftigungen und edlen Werken haben, denen sie ihr Dasein widmen.

5. Ihr müsst wissen, dass jene Seelen in ihrer Liebe und Achtung vor den Gesetzen des Schöpfers niemals nehmen, was ihnen nicht zusteht, noch das Verbotene anrühren oder dort eindringen, wo sie wissen, dass sie es nicht dürfen, um nicht die Grundbestandteile der Schöpfung in Disharmonie zu bringen.

6. Wie anders machen es die Menschen auf der Erde, die in ihrem Trachten, groß und mächtig in der Welt zu sein, ohne den geringsten Respekt gegenüber meinen Lehren mit dem Schlüssel der Wissenschaft die zerstörerischen Naturkräfte suchen, die Tore zu unbekannten Kräften öffnen und auf diese Weise die Harmonie in der Natur, die sie umgibt, zerstören!

7. Wann wird der Mensch sich aufnahmefähig zu machen verstehen, um den weisen Rat der Geistigen Welt zu hören und sich auf diese Weise von deren Eingebungen leiten zu lassen?

8. Wahrlich, Ich sage euch, dies würde genügen, euch auf sicherem Weg auf den Gipfel des Berges zu bringen, der euch zukommt; dort würdet ihr vor euch einen geraden und lichtvollen Pfad erblicken den die Seelen zurückgelegt haben, welche jetzt nur dazu da sind, euch Gutes zu erweisen und euch in eurer Mühsal beizustehen, wobei sie euch Schritt für Schritt dem Ende des Weges näherbringen, wo euer Vater euch alle erwartet.

9. Da Ich zu euch über die Güte und geistige Höhe jener Wesen gesprochen habe, muss ich euch sagen, dass sie, wie ihr, auch von Anfang an die Gabe der Willensfreiheit hatten, das heißt wahre und heilige Freiheit des Handelns, was Beweis der Liebe des Schöpfers zu seinen Kindern ist. (20, 28 – 36)

10. Ihr geht nicht allein, denn meine Ermutigung und mein Licht sind mit jedem von euch. Aber für den Fall, dass euch dies wenig erscheinen sollte, habe Ich jedem menschlichen Geschöpf ein geistiges Lichtwesen zur Seite gestellt, um über eure Schritte zu wachen, um euch irgendeine Gefahr ahnen zu lassen, um euch als Gefährte in eurer Einsamkeit und als Stab auf der Lebensreise zu dienen. Es sind jene Wesenheiten, die ihr Schutzengel oder Beschützer nennt.

11. Zeigt euch niemals undankbar ihnen gegenüber, und seid nicht taub für ihre Eingebungen, denn eure Kräfte werden nicht genügen, um alle Prüfungen des Lebens zu bestehen. Ihr bedürft jener, die weiter fortgeschritten sind als ihr, und die etwas aus eurer Zukunft kennen, weil Ich es ihnen offenbart habe.

12. Der Kampf jener Wesen ist sehr schwer, solange ihr nicht die Vergeistigung erreicht, weil ihr eurerseits sehr wenig beitragt, um sie bei ihrer schwierigen Mission zu unterstützen.

13. Wenn euch eure Vergeistigung erlaubt, die Gegenwart jener eurer Geschwister zu fühlen und wahrzunehmen, welche unsichtbar, ohne irgendeine Zurschaustellung, zugunsten eures Wohlergehens und eures Fortschritts wirken, dann werdet ihr es bedauern, sie genötigt zu haben, sich um eurer Sünden willen so sehr abzuplagen und auch zu leiden. Doch wenn diese Einsicht in euch aufsteigt, dann nur, weil es in eurem Verstande bereits licht wurde. Dann wird Mitgefühl, Dankbarkeit und Verständnis für sie erwachen.

14. Welch großes Glücksgefühl wird in euren Beschützern sein, wenn sie sehen, dass ihre Mühe von euch unterstützt wird, und dass ihre Inspiration mit eurer Erhebung im Einklang ist!

15. Ihr habt so viele Geschwister und so viele Freunde im "Geistigen Tale", die ihr nicht kennt.

16. Morgen, wenn die Erkenntnis über das Geistige Leben sich über den Erdkreis verbreitet hat, wird die Menschheit die Bedeutung jener Wesen an eurer Seite erkennen und die Menschen meine Vorsehung segnen. (334, 70 - 76)

17. Wahrlich, Ich sage euch, wenn euer Glaube fest wäre, hättet ihr nicht das Verlangen, die Gegenwart des Geistigen mit den Sinnen des Fleisches zu spüren, denn dann wäre es die Seele, die mit ihrer feinen Empfindsamkeit jene Welt wahrnehmen würde, die unaufhörlich um euch her pulsiert.

18. Ja, Menschheit, wenn du dich der Geistigen Welt ferne fühlst, so können sich doch jene Wesen den Menschen nicht ferne fühlen, da es für sie keine Entfernungen, keine Grenzen noch Hindernisse gibt. Sie leben im Geistigen, und daher können sie dem Leben der menschlichen Wesen nicht fernestehen, deren höchste Bestimmung die der Aufwärtsentwicklung und Vervollkommnung der Seele ist. (317, 48 - 49)

19. Die einzige Entfernung, die zwischen euch und Gott oder zwischen euch und einem Geistwesen existiert, ist nicht eine materielle Entfernung, sondern eine geistige, verursacht durch euren Mangel an Vorbereitung, an Reinheit oder Bereitschaft, um die Inspiration und den geistigen Einfluss zu empfangen.

20. Stellt niemals jene Entfernung zwischen euch und euren Meister oder zwischen euch und die Geistige Welt, dann werdet ihr euch immer der Wohltaten erfreuen, die meine Liebe über jene ausschüttet, die sie zu suchen verstehen. Immer werdet ihr das Gefühl haben, dass die Geistige Welt dem Herzen derer nahe ist, die sich vorbereiten, um sie zu fühlen.

21. Wie groß ist die Entfernung, die die Menschheit dieser Zeit zwischen sich und das Geistige Leben stellt! Sie ist so groß, dass die Menschen von heute Gott deshalb unendlich fern von sich fühlen und das Himmelreich für fern und unerreichbar halten. (321, 76 - 78)

22. Ich sage euch, dass es nicht einen menschlichen Verstand gibt, der nicht unter dem Einfluss der Geistigen Welt lebt.

23. Viele werden dies leugnen, doch niemand wird beweisen können, dass es unmöglich ist, dass der Verstand des Menschen die Gedanken und die Schwingungen nicht nur der Geistwesen und seiner eigenen Mitmenschen, sondern auch die meinen empfängt.

24. Dies ist eine Offenbarung für die ganze Menschheit – eine Offenbarung, die, wenn sie verbreitet wird, offene Herzen finden wird, die sie mit großer Freude aufnehmen; ebenso wird sie auch auf hartnäckige Gegner und Verfolger stoßen.

25. Doch was werden diese tun können, um zu verhindern, dass das Licht des Geistigen Reiches im Leben der Menschen erstrahlt? Welcher Mittel werden sich die Ungläubigen bedienen können, um jene Schwingung auszuschalten? Wer ist jener, der sich für außerhalb des universellen Einflusses stehend hält, welcher die schöpferische und belebende Kraft Gottes ist?

26. Ich spreche zu eurem Gewissen, zu eurem Geist und zu eurer Vernunft, doch Ich sage euch nochmals, dass ihr von anderen Daseinsebenen Botschaften, Ideen und Inspirationen empfangt, und dass ebenso, wie ihr nicht wisst, woher euer Geist zur Inkarnation in diesen euren Körper kam, ihr auch nicht wisst, wer sich ihm unsichtbar und unfühlbar kundgibt. (282, 33- 37)

Verwirrte und übelwollende Geister

27. Diese Zeit ist anders als die Erste und Zweite. Heute lebt ihr in einem Chaos entfesselter sichtbarer und unsichtbarer Elemente. Wehe dem, der nicht wacht, denn er wird unterliegen, und wer zugerüstet ist, muss kämpfen!

28. Tausende unsichtbare Augen blicken auf euch; die einen, um euch auf eurem Wege aufzulauern und zu Fall zu bringen, die anderen, um euch zu beschützen. (138, 26 - 27)

29. Die großen Legionen verwirrter Seelen führen Krieg mit den Menschen, wobei sie deren Unwissenheit, Stumpfheit und Mangel an geistigem Schauen ausnützen; und die Menschen haben ihre Waffen der Liebe nicht zubereitet, um sich vor ihren Angriffen zu schützen, weshalb sie bei diesem Kampfe wie schutzlose Wesen erscheinen.

30. Es war notwendig, daß meine geistige Lehre zu euch kam, um euch zu lehren, wie ihr euch zurüsten müsst, um bei diesem Gefecht siegreich zu bestehen.

31. Von jener unsichtbaren Welt, die in eurer eigenen Welt webt und lebt, gehen Einflüsse aus, welche die Menschen heimsuchen- sei es in ihrem Verstande, in ihren Gefühlen oder in ihrem Willen- und sie zu ergebenen Dienern, zu Sklaven, zu Werkzeugen, zu Opfern machen. Überall erscheinen geistige Kundgaben, und dennoch wollen die Weltmenschen weiterhin nicht wahrnehmen, was ihren Geist umgibt.

32. Es ist nötig, die Schlacht zu beginnen, das Dunkel zu zerstören, damit, wenn das Licht in den Menschen anbricht, alle sich in einer wahren Gemeinschaft vereint aufmachen und durch das Gebet in dem Kampfe siegen, den sie gegen jene Mächte aufnehmen, die sie so lange Zeit hindurch beherrscht haben.

33. Menschen und Völker sind der Macht jener Einflüsse erlegen, ohne dass die Menschheit es bemerkt. Seltene und unbekannte Krankheiten, die von ihnen erzeugt werden, haben die Menschen niedergeworfen und die Wissenschaftler verwirrt.

34. Wieviel Zwietracht, wieviel Verwirrung und Schmerz hat der Mensch auf sich gehäuft. Das Fehlen von Gebet, Moral und Geistigkeit hat die unreinen und verstörten Wesen angezogen. Doch was kann man schon von denen erwarten, die ohne Licht und ohne Zurüstung abgeschieden sind?

35. Dort sind jene, die ihr betrogen und unterdrückt habt, die ihr verstört und gedemütigt habt. Nur Verwirrung und Finsternis können sie euch zusenden, sie können nur Rache üben, und sie machen euch nur Vorwürfe. (152, 22 - 28)

36. Legionen von Wesen der Finsternis gelangen wie Gewitterwolken unter die Menschheit, verursachen Umstürze, verwirren die Gedanken und verfinstern die Herzen der Menschen. Und obwohl diese Menschheit Waffen hat, um sich gegen diese tückischen Angriffe zu verteidigen, verstehen die einen sie nicht zu gebrauchen, und die anderen ahnen nicht einmal, dass sie sie besitzen. (240, 53)

37. Die Menschheit von heute, so groß an Zahl sie in euren Augen auch ist, ist sehr klein im Vergleich mit der Welt der Geistwesen, die sie umgeben. Mit welcher Macht dringen jene Legionen auf die Wege der Menschen ein; doch diese nehmen jene Welt, die sie umwogt, nicht wahr, fühlen und hören sie nicht. (339, 29)

38. Ein Mensch, der einem sündigen Leben verfallen ist, ist imst